Schwerhörigkeit ist vermeidbar

Statistik weist 2015 erneut Rückgang für die häufigste Berufskrankheit aus.
Salzburg. Lärmschwerhörigkeit zählt in Österreich zu den häufigsten Berufskrankheiten. 2015 wurden von der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) 564 Fälle anerkannt. Bei einem überwiegenden Teil der Betroffenen wurde die Schwerhörigkeit durch Dauerlärm verursacht. Hingegen sind bei einem sehr geringen Teil kurze, aber heftige Schalleinwirkungen, wie eine Explosion oder ein Knall, der Auslöser. Ein Großteil der Erkrankungen könnte durch entsprechende Maßnahmen vermieden werden. Erfreulicherweise konnte die AUVA in den vergangenen Jahren rückläufige Tendenzen bei der Berufskrankheit Schwerhörigkeit verzeichnen.
Die Fachleute der AUVA betreuen versicherte Betriebe kostenlos. Lärmsachverständige helfen dabei, konkrete Lärmminderungsmaßnahmen am Arbeitsplatz zu erarbeiten. Im vergangenen Jahr hat die AUVA die Lärmbelastung an 42.679 Arbeitsplätzen gemessen, und über 10.192 lärmexponierte Arbeitnehmer aus 1916 Betrieben wurden kostenlos audiometrisch untersucht.
Soziale Isolation
Schwerhörigkeit führt oft zur sozialen Isolation, da die betroffenen Personen ab einem gewissen Geräuschpegel Gesprächen nicht mehr folgen können und es ihnen unangenehm ist, ständig nachzufragen. Als Konsequenz ziehen sich viele schwerhörige Menschen sukzessive aus dem gesellschaftlichen Leben zurück und vereinsamen. Auch wenn Lärm nicht unbedingt schädigend, sondern „nur“ belästigend wirkt, kann er Folgeschäden nach sich ziehen, beispielsweise Stress, Schlafstörungen oder Unruhezustände.
Ab 85 dB ist das Gehör grundsätzlich akut gefährdet, bei Einwirkung über einen längeren Zeitraum ist mit Schwerhörigkeit zu rechnen. Diese Auswirkung ist nachhaltig, weil ein einmal entstandener Schaden nicht mehr rückgängig zu machen ist. Die Erfahrung in der Präventionsarbeit der AUVA zeigt, dass insbesondere junge Arbeitnehmer bei dauerhaftem Lärm besonders gefährdet sind und das Gehör rascher Schäden erleidet.
Lösungen am Arbeitsplatz
Lärm kommt in vielen Bereichen vor, vor allem aber dort, wo mit Maschinen gearbeitet wird. Neben der unmittelbaren Lärmmessung können mittels modernster Geräte und Analysemethoden sogenannte Lärmkarten erstellt werden. Diese kommen vor allem vor dem Aufstellen neuer Maschinen oder in der Planungsphase von Betrieben zum Einsatz. Mit einer akustischen Kamera werden bereits bestehende Lärmquellen sichtbar gemacht. So können Maßnahmen wie zum Beispiel Schallschutzwände fundiert geplant werden. Wenn keine technischen Maßnahmen möglich sind, ist das Tragen von persönlichem Gehörschutz unbedingt erforderlich. Dabei ist oft Überzeugungsarbeit und intensive Bewusstseinsbildung über die Folgen der Lärmbelastung notwendig.