Marlies Mohr

Kommentar

Marlies Mohr

Ein Tattoo für Mama

Gesund / 17.07.2015 • 11:20 Uhr

Zuweilen generiert das menschliche Gehirn aus den Tiefen seiner Windungen schon merkwürdige Ideen. Ob das am Alter oder an der Lust liegt, eben deshalb etwas Unorthodoxes zu tun: Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall ließ ich meinen Sohn, als wir wieder einmal auf der Couch fläzten, beiläufig wissen, dass ich mir überlege, ein Tattoo stechen zu lassen. Nach einem erstaunten „Mama“, das aber eher implizierte, ob ich wohl noch alle Schrauben in der Birne hätte, fragte er prompt, was ich mir vorstellen würde. Keine Ahnung. Etwas Nettes halt. Hättest du einen Vorschlag?

Er hatte keinen, aber das Handy. Einfach „Tattoos für Mamas“ gegoogelt und schon kamen sie daher, die offenbar speziell für Mütter gedachten Kreationen. Ich hätte jedoch nicht für eine Einzige davon leiden wollen, so hässlich wie die waren. Wer die erfunden hat, sieht die Frauen wohl noch hinter dem Mond sitzen und stricken. Wobei, Stricken ist ja wieder in Mode. Also „Tattoos“ allgemein gegoogelt. Okay, Löwenfratzen möchte ich auch nicht. „Dann lass’ es“, knurrte mein Sohn.

Für diesmal. Für immer? Sag’ niemals nie, jetzt, wo bewiesen ist, dass Alter nicht gleich Alter ist. Wer kalendarische 60 ist, kann biologisch immer noch jugendliche 50 sein. Es kommt darauf an, was jeder aus seinem Leben macht. Auch die Wissenschaft räumt ein, dass das Altern beeinflussbar ist. Gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, soziale Kontakte. . . Sie wissen schon.

Da geht sich locker allemal auch noch ein Tattoo für Mama aus.

marlies.mohr@vorarlbergernachrichten.at