Masern-Impfung soll Allzweckwaffe sein

Gesund / 15.05.2015 • 11:47 Uhr

Princeton. Die Einführung der Masern-Impfung vor rund 50 Jahren hatte zu einer Abnahme der Kindersterblichkeit geführt. Der Effekt war sogar größer als erwartet. Mit der Verhinderung von Masern-Infektionen allein ließ sich das nicht erklären. Studien hätten schließlich gezeigt, dass das Masern-Virus das Immunsystem langfristig schwächt, erklären die Forscher um Michael Mina von der US-amerikanischen Universität Princeton.

Eine mögliche Ursache ist demnach, dass wichtige Immunzellen – die sogenannten Lymphozyten – nach der Masern-Infektion zwar auf die Bekämpfung des Masern-Virus eingestellt sind, bei der Abwehr anderer Keime aber fehlen.

Durch die Masern komme es zu einer Art Immun-Amnesie, in der Folge seien Betroffene anfälliger für andere Erkrankungen, heißt es in der Studie. Das Forscher-Team analysierte dafür Gesundheitsdaten aus England, Wales, Dänemark und den USA vor und nach der Einführung der Masern-Impfung. Die Auswertung ergab, dass die Sterblichkeit durch andere Infektionen eng an das Vorkommen von Masern gekoppelt war – und zwar über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren nach einer Masern-Erkrankung.