Mit Schuh und Ski am Laufband unterwegs

Gesund / 27.02.2015 • 08:50 Uhr
Die Gewöhnung an das Laufband mit Ski unter den Füßen geht wider Erwarten erstaunlich schnell vonstatten.  Fotos: VN/Hartinger
Die Gewöhnung an das Laufband mit Ski unter den Füßen geht wider Erwarten erstaunlich schnell vonstatten. Fotos: VN/Hartinger

Im Diagnostikzentrum Feldkirch können sich jetzt auch Tourengeher testen lassen.

feldkirch. (VN-mm) Der Schweiß rinnt, die Pumpe arbeitet hart, aus den Lungen entweicht ein stetes Keuchen: Dabei laufe ich gerade einmal 4,5 km/h. In Joggingschuhen und flachem Gelände wäre das ein Spaziergang. Mit Skischuhen und Tourenski an den Füßen und einer 20-Grad-Steigung im Nacken sieht die Sache jedoch anders aus. Da verlangen selbst gering anmutende Geschwindigkeiten dem Körper alles ab. Doch wollen Skitourengeher überhaupt wissen, wie es um ihre Belastbarkeit steht? „Ja“, gibt sich Günter Ernst vom Diagnostikzentrum Vorarlberg auch angesichts der wachsenden Zahl an Tourengehern überzeugt. Deshalb bietet die Einrichtung ab sofort Leistungstests für jene an, die lieber abseits überfüllter Skipisten ihrem Hobby nachgehen.

Laufband umgebaut

Lange hat der Laufexperte über dieser Idee gebrütet. „Auch in meinem Bekanntenkreis gibt es immer mehr Skitourengeher“, erzählt er. Da lag es nahe, sich Gedanken über ein entsprechendes Angebot zu machen. Also wurde ein Laufband angeschafft und umgebaut. Skier und Skischuhe stellte Head zur Verfügung. Trotzdem verwarf Günter Ernst die Sache. Zu unwahrscheinlich erschien ihm eine Realisierung. Vergessen war die Angelegenheit nicht. Als ihn passionierte Läufer mit Hang zum Skitourengehen dann eines Tages fragten, ob die Werte vom Laufband auch aufs Tourengehen umgelegt werden können, nahm sich Ernst der Idee wieder an. Er stellte die Läufer samt Schuh und Ski auf das umgerüstete Laufband, und siehe da, es lief gut. Als Zielgruppe für das neue Angebot definiert Ernst Freizeitsportler, die sich im angepassten Belastungsbereich bewegen wollen. „Seine Möglichkeiten zu kennen, gibt Sicherheit“, betont er.

Mit Tourenski auf dem Laufband? Im ersten Moment erscheint das schwer vorstellbar. Aber es funktioniert tatsächlich. Pulsgurt angelegt, Laktat im Ruhezustand gemessen, das Laufband auf 20 Prozent Steigung eingestellt, und es geht los. Die Steigung bleibt während des gesamten Tests gleich. Sie richtet sich nach der Leistungsfähigkeit des Probanden. Gedreht wird nur an der Geschwindigkeitsschraube, wobei der Start ein gemächlicher ist. 0,5 km/h muten wie das sprichwörtliche Schneckentempo an. Wenn es also weiter nichts ist. Nach drei Minuten erfolgt die nächste Laktatmessung. Blut wird aus dem Ohrläppchen gezapft. Die nächste Runde beginnt. Die Geschwindigkeit zieht um 0,5 km/h an. Nicht der Rede wert, zumindest noch nicht. Ich ziehe leichtfüßig den imaginären Hang hinauf. Laktatmessungen und Tempoerhöhungen wechseln sich ab. Bei 3 km/h zeigen sich erste Schweißperlen, was nicht allein der Wärme im Raum geschuldet ist. Der Berg will eben erobert werden.

Lange drei Minuten

Drei Minuten können in dieser Situation absurd lang sein. „Durchhalten, durchhalten!“, denke ich mir. „Und, geht noch etwas?“, fragt Günter Ernst. Klar, doch. Also weiter: 3,5 km/h, 4 km/h, 4,5 km/h. Jetzt wird es echt anstrengend. Der Kopf glüht, die Füße sind heiß, aber ich hänge mich noch einmal hinein, gebe mein Bestes und schließlich mein Letztes. Nach einer Stunde stoppt das Laufband, der Organismus fährt die Leistung auf Normalniveau. Und während ich die Dusche genieße, wertet Günter Ernst meine Daten aus. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Ich bin topfit. Trotzdem soll ich bei Skitouren versuchen, im errechneten Pulsbereich zu bleiben. „Niemand soll zum Sklaven der Pulsuhr werden, aber es schadet nicht, sie hin und wieder anzulegen, um die Herzfrequenz zu prüfen“, gibt mir Günter Ernst noch mit auf den Weg. Mit Pulsuhr auf Skitour? Wenn das andere geht, geht das wohl auch.

Vorbei mit der Gemütlichkeit. Die ersten Schweißtropfen sammeln sich auf der Stirn. Die Laktatmessung bietet eine kurze Verschnaufpause.
Vorbei mit der Gemütlichkeit. Die ersten Schweißtropfen sammeln sich auf der Stirn. Die Laktatmessung bietet eine kurze Verschnaufpause.

Weitere Informationen sowie Anfragen unter Telefon 05522/38069 und der E-Mail: info@leistungsdiagnostikzentrum. at