Marlies Mohr

Kommentar

Marlies Mohr

Genussvolle Lichtblicke

Gesund / 01.08.2014 • 11:19 Uhr

„Was genau haben wir verbrochen, um so ein Wetter zu verdienen?“, sinnierte jüngst eine liebe Bekannte. Schwierige Frage, aber irgendwas werden wir schon verbockt haben, dass es so ist, wie es ist. Der Juni soll ja, so wurde unlängst berichtet, der heißeste Juni seit über 130 Jahren gewesen sein. Zumindest global. Demnach sind die Durchschnittstemperaturen über Land- und Ozeanflächen um 0,7 Grad gestiegen. Das mag nach wenig klingen, doch Kleinvieh gibt bekanntlich auch Mist, wobei der besonders fatale Folgen haben könnte. Skifahren auf Sand statt auf Schnee, ein fürwahr grausliches Szenario.

Aber zurück zum derzeitigen Wetter. Gut, es ist Sommer und häufig nass, was in den Augen vieler nicht zusammenpasst und mancherorts auch für üble Situationen sorgt. Andererseits sind unsere Wiesen und Wälder grün. Und: Auch schlechtes Wetter hat seine Reize. Denn Lichtblicke beschert doch jeder Tag. Besonders reizvoll können diese im Gebirge sein. Berge, die wie von Zauberhand aus den Wolken stechen. Kuhglocken, deren Geläut den Nebel zum Klingen bringt. Blumen, an die sich die Regentropfen wie Perlen klammern: Momente, die Sonne ins Herz tragen. Ich hab’s erlebt. Erst vor Kurzem.

Außerdem sollten wir den Sommer noch nicht abschreiben, wiewohl sich der Morgentau schon frisch unter den nackten Füßen anfühlt, und Nebelschwaden zuweilen in der Tat an den Herbst gemahnen. Aber der soll ja auch seine goldenen Tage haben. Vertrauen wir einfach Mutter Natur. Sie wird es richten, vorausgesetzt, wir gehen pfleglicher mit ihr um.

marlies.mohr@vorarlbergernachrichten.at