Gute Vorsorge ist die beste Strategie

Auch mit Ernährung und Bewegung lässt sich das Risiko für Dickdarmkrebs mindern.
Wolfurt (VN-mm) An den Tatsachen gab es nichts zu rütteln: Dickdarmkrebs ist nach wie vor eine sehr häufige Krebserkrankung. Auch bei der Sterblichkeit steht diese Krebsart unrühmlich weit vorne, nämlich gleich hinter dem Lungenkrebs. Selbst die 5-Jahres-Überlebensrate ist mit 60 Prozent eher niedrig. Den Grund fasste Univ.-Doz. Dr. Markus Sagmeister in einem Satz zusammen: „Die Diagnose wird immer noch häufig in einem späten Stadium gestellt.“ Und das trotz bester Vorsorge- und Früherkennungsmöglichkeiten.
Blut im Stuhl als Alarmzeichen
Darmkrebs entsteht aus gutartigen Polypen. Er entwickelt sich meist über fünf bis zehn Jahre, wobei sich dieser Prozess jenseits der 50 abspielt. „Deshalb sollte spätestens ab diesem Alter alle 7 bis 10 Jahre eine Darmspiegelung durchgeführt werden“, betonte Sagmeister, der als Internist in Bregenz arbeitet. Ab 40 sollte ein jährlicher Test auf Blut im Stuhl obligat sein. „Denn Blut im Stuhl bedeutet immer ein Alarmzeichen“, so der Internist.
Vorarlberg verfügt seit 2007 über ein Vorsorgeprogramm, das bislang schon über 15.000 Personen in Anspruch genommen haben. In 40 Prozent der Fälle wurden Polypen festgestellt und gleich abgetragen. „Das ist ein besonderer Vorteil der Koloskopie“, erklärte Markus Sagmeister. Vor Einführung der Vorsorgekoloskopie war jeder zweite Patient bei Diagnosestellung bereits im Stadium der Metastasierung.
Risikofaktoren für Dickdarmkrebs sind zwei genetische Erkrankungen, eine familiäre Häufung, langjährige entzündliche Darmerkrankungen sowie Übergewicht, Alkohol und Diabetes. Daraus resultiert: Eine ausgewogene Ernährung mit wenig Fleisch, Fisch und Eiern, dafür aber reichlich Getreideprodukten, Obst, Gemüse, Milch und Milchprodukten sowie Bewegung und die konsequente Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen minimieren das Risiko bzw. es können Krebsvorstufen in heilbaren Frühstadien entdeckt werden.
Über die operativen Möglichkeiten zur Behandlung von Dickdarmkrebs informierte Primar Univ.-Prof. Dr. Franz Stoß, Leiter der Chirurgie im KH Dornbirn. Er betonte den Stellenwert seines Fachs bei der Tumor-Entfernung. „Wichtig ist, dass neben dem Tumorgewebe auch die umliegenden Lymphknoten und Blutbahnen entfernt werden“, erklärte Stoß. Die höhere Überlebensrate würde dieses Vorgehen rechtfertigen. Auch er stellte klar, dass die Heilungschancen besser sind, je früher die Behandlung erfolgt.
Franz Stoß verwies außerdem auf die Bedeutung einer guten Nachsorge: „Die 5- und 10-Jahres-Überlebensraten sind signifikant besser, es gibt einen psychologischen Nutzen und ein Rezidiz wird früher erkannt.“
