Marlies Mohr

Kommentar

Marlies Mohr

Erhellende Physik

Gesund / 31.01.2014 • 11:56 Uhr

Hätten wir seinerzeit doch besser aufgepasst im Physikunterricht. Was wäre uns an zeitweiligem Darben und Kalorienzählen erspart geblieben. Andererseits hätte sich Martin Apolin dann vielleicht nicht bemüßigt gefühlt, ein Buch zur ultimativen Physik des Abnehmens zu schreiben. Und das wäre auch schade gewesen. Wiewohl sich am Ende dem Leser wieder nur eine, wohlbekannte Formel erschließt: Wer abnehmen oder sein Gewicht halten will, muss eine negative Energiebilanz haben. Soll heißen: Entweder weniger essen und/oder mehr Bewegung machen. Aber bis es so weit ist, sind dem Konsument dieses Druckwerks im wahrsten Sinne des Wortes erhellende Stunden sicher.

Ich empfehle ungern Diäten oder Diätratgeber. Weil sie meist nichts taugen. Außerdem bin ich kein Freund von „hin und wieder dürfen Sie auch ein Stück-Schokolade essen“-Anleitungen. Das funktioniert nicht. Denn Süßes ist ja so was von heimtückisch. Einmal auf der Zunge zergehen lassen, und alle Diätvorsätze sind beim Teufel. Daher halte ich mehr auf Bewegung als auf Verzicht. Es wird vielen so gehen. Und doch lässt sich mit Appellen an den nächsten Sommer, der bestimmt kommt, immer noch gutes Geld machen. Umsonst ist das im ecowin Verlag erschienene Buch „Mach das!“ auch nicht, aber jeden Euro wert. Hier paart sich Wissen mit Humor auf geradezu kongeniale Art. Selbst ich, eine deklarierte Anhängerin guter Krimilektüre, bin an diesen 166 Seiten hängengeblieben. Mein Fazit: Wer den physikalischen Grundsätzen des Abnehmens auch nicht glaubt, dem ist nicht mehr zu helfen.

marlies.mohr@vorarlbergernachrichten.at