Mit Curry gegen den Krebs

Gesund / 24.01.2014 • 11:33 Uhr
Gelbwurz könnte in der Tumortherapie bald eine große Rolle spielen.
Gelbwurz könnte in der Tumortherapie bald eine große Rolle spielen.

BOKU-Forschung
ermöglicht Krebstherapie durch „CurcuEmulsomen“.

Wien. Mit Hilfe der Nanobiotechnologie haben Forscher des Instituts für Synthetische Bioarchitekturen am BOKU-Department für Nanobiotechnologie einen Weg gefunden, um einen Wirkstoff in Fett-Nanopartikel einzupacken und für potenzielle medizinische Behandlungen in Zellen einzuschleusen. Es handelt sich dabei um Curcumin, einen Bestandteil der Gewürzmischung Curry.

Neuartige Rezeptur

Curcumin wird aus dem Wurzelstock der Gelbwurz (Kurkuma) gewonnen und zeigt antikanzerogene Eigenschaften. Die medizinische Anwendung ist jedoch wegen der sehr geringen Wasserlöslichkeit und biologischen Verfügbarkeit begrenzt. Um dieses Problem zu lösen, haben die Forscher einen neuen Ansatz gewählt und Curcumin in den festen Fettkern von Emulsomen eingeschlossen. Durch diese neuartige Nanorezeptur – auch CurcuEmulsomen – genannt, konnte erfolgreich die Limitierung der biologischen Verfügbarkeit beseitigt und eine Erhöhung der Löslichkeit von Curcumin um ein 10.000-Faches erreicht werden.

Während direkt angebotenes Curcumin nicht ohne weiteres von Krebszellen aufgenommen wird, werden CurcuEmulsomen rasch von den Zellen internalisiert. Letztere setzten sich nicht nur an den Krebszellen fest, sondern – bewirkt durch das schrittweise Auflösen des festen Fettkerns der Emulsomen – zeigten auch eine langsame Abgabe des Curcumins über einen langen Zeitraum, sodass keine mehrfachen Anwendungen notwendig waren.

Gezielte Abgabe untersuchen

Vor Kurzem hat die Studie große Aufmerksamkeit durch einschlägige medizinische Nachrichtenagenturen als mögliches Heilmittel zur Krebsbekämpfung erfahren. Als Nächstes werden die Forscher die gezielte Abgabe von CurcuEmulsomen in Krebszellen untersuchen. Die Aussicht, Curcumin mittels CurcuEmulsomen in den Körper zu transportieren ist deshalb so aufregend, weil mit weniger unerwünschten und gesundheitsgefährdenden Nebenwirkungen zu rechnen ist und es zu einer erhöhten Wirksamkeit des Curcumins über einen längeren Zeitraum führen kann.