Blut ist Leben und auch Kraft

Gesund / 03.01.2014 • 11:48 Uhr
Ist eine Bluttransfusion notwendig, beispielsweise nach einem schweren Unfall, wird meist auf die Bestände in einer Blutbank zurückgegriffen.
Ist eine Bluttransfusion notwendig, beispielsweise nach einem schweren Unfall, wird meist auf die Bestände in einer Blutbank zurückgegriffen.

Was tun bei Blutkrankheiten? Mini Med Studium befasst sich mit wichtigem Thema.

Feldkirch. (VN-mm) Blut wird nicht umsonst als „Lebenssaft“ bezeichnet. Denn ist das Blut schlecht, geht es auch dem Menschen schlecht. Das liegt an den vielfältigen Aufgaben, die das Blut im Körper zu erfüllen hat. Es ist Transportmedium und Gesundheitspolizei gleichermaßen. Doch es gibt Erkrankungen, die diese Funktionen beeinträchtigen können. Beim ersten Mini Med Studium im neuen Jahr, das am 8. Jänner um 19 Uhr im LKH Feldkirch stattfindet, erklären Primar Dr. Peter Fraunberger und OA Dr. Bernd Hartmann, was hinter Blutarmut und Eisenmangel steckt.

Sauerstoffversorgung

Blut besteht zu 55 Prozent aus einem flüssigen Teil, dem Blutplasma, und Blutzellen. Während das Blutplasma als Transporter für Salze, Mineralien, Nährstoffe und viel Proteine fungiert, haben Blutzellen unterschiedlichste Funktionen zu erfüllen. „Die weißen Blutkörperchen sind die Gesundheitspolizei und als solche vor allem für die Abwehr von Infekten verantwortlich“, erklärt Peter Fraunberger, Leiter des Medizinischen Zentrallabors im LKH Feldkirch. Die Blutplättchen (Thrombozyten) wiederum regulieren die Blutgerinnung. Den größten Anteil der Blutzellen machen die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) aus. Sie gewährleisten den Transport von Sauerstoff aus der Lunge zu den Sauerstoff verbrauchenden Organen. „Stark abhängig von einer geregelten Sauerstoffversorgung ist das Gehirn“, so Fraunberger. Es kann nur wenige Minuten ohne Sauerstoff auskommen.

Ein Blutmangel führt zu einer Unterversorgung der verschiedenen Gewebearten mit Sauerstoff und damit zu einer verminderten Energiebereitstellung. „Unter Blutarmut (Anämie) versteht man einen Mangel an rotem Blutfarbstoff (Hämoglobin) oder roten Blutkörperchen (Erythrozyten)“, konkretisiert OA Dr. Bernd Hartmann, Internist im LKH Feldkirch. Bei akutem Blutverlust ist die Sauerstoffversorgung stark gefährdet. Der Organismus versucht dann, mit eigenen Flüssigkeitsreserven den Blutfluss aufrechtzuerhalten. Sobald dies nicht mehr ausreicht, kommt es zum Absterben von Gewebe und damit zu bleibenden Schäden insbesondere in sauerstoffabhängigen Organen. Zunächst wird durch Infusionen versucht, den Kreislauf aufrechtzuerhalten. Im Extremfall muss das fehlende Blut durch Blutkonserven ersetzt werden.

Müdigkeit und Atemnot

Chronischer Blutmangel ist durch zunehmende allgemeine Müdigkeit, eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit, Atemnot und Herzklopfen bei Belastung, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen sowie Blässe gekennzeichnet. Häufigste Ursache ist ein Mangel an Eisen. „Aber auch Vitamin B12 und Folsäure sind für die Blutbildung wichtig“, betont Hartmann. Ebenso kann es sein, dass Blutkörperchen zerstört werden.

Das Erkennen einer Blutarmut und deren Ursachen sind zu einem großen Teil im Labor möglich. Die Behandlung selbst hängt vom Auslöser ab. Bei Eisenmangel muss beispielsweise geklärt werden, ob eine Fehlernährung vorliegt, oder eine verminderte Eisenaufnahme über den Darm gegeben ist und daher die intravenöse Eisenzuführung notwendig ist. Bei der schwersten Form der Blutarmut kommt es zu einem kompletten Versagen der Blutbildung durch das Knochenmark. Eine Knochenmarktransplantation ist dann die einzige Chance auf Heilung. Der Rat des Internisten: „Auf Blutbeimengung in Stuhl, Harn, Auswurf oder Erbrochenem achten. Wenn man unter den oben angeführten Beschwerden leidet, empfiehlt es sich, mit dem Arzt eine Blutuntersuchung und Abklärung zu besprechen.“

Besonders stark abhängig von einer geregelten Sauerstoffversorgung ist das Gehirn.

Peter Fraunberger

Mini Med

Unser Blut und seine häufigsten Erkrankungen: Blutarmut und Eisenmangel – was steckt dahinter?

Referenten: Primar Univ. Doz.-Dr. Peter Fraunberger, Leiter des Medizinischen Zentrallabors im LKH Feldkirch; OA Dr. Bernd Hartmann, Interne Abteilung, LKH Feldkirch

Termin: 8. Jänner 2014, Panoramasaal des LKH Feldkirch

Beginn: 19 Uhr, Einlass ab 18 Uhr

Eintritt frei, Parken in der Tiefgarage des LKH Feldkirch ist für Mini-Med-Besucher gratis