Marlies Mohr

Kommentar

Marlies Mohr

Alles zu seiner Zeit

Gesund / 02.08.2013 • 10:08 Uhr

Seit ein paar Wochen ist das Haus wieder voll. Ich meine, so voll, wie ein normales Einfamilienhaus mit vier Personen eben sein kann. Und, welche Überraschung: Mit Ferienbeginn hat auch das Chaos aus Kleinkindertagen Einzug gehalten. Nur, dass jetzt statt Babypatschen eben Sportlatschen der Größe 45, paillettenbesetzte Sandalen und Computerspiele statt Bilderbücher herumliegen. Nicht zu vergessen die Mappen und Schulbücher, die sich während der Lernzeiten angesammelt haben.

Aber wohin bloß mit dem Zeug? Das Entsorgen ist so eine Sache. Vielleicht könnten die Waschzettel ja einmal nützlich sein? Vielleicht kann die Nachbarin mit den noch jüngeren Kindern einige der Bücher brauchen? Vielleicht… Meine Güte, was einem nicht alles einfällt an Gründen, sich Erinnerungen an die Kindheit der heran- und hinauswachsenden Sprösslinge zu bewahren. Derartige Anfälle von Kreativität würde man sich bei anderen Gelegenheiten zuweilen auch wünschen.

Unlängst habe ich ein verstaubtes und abgegriffenes Heft gefunden, in dem meine Tochter ihre ersten Buchstaben übte. Und ein paar vergilbte Zeichnungen und Basteleien von früher kleben auch noch an den Schränken in meinem Büro.

Es gibt Dinge, die lassen einen einfach nicht los. Mögen die Jahre noch so deutliche Spuren darauf abgebildet haben. Das gilt erst recht, seit es sich ausgezeichnet und ausgebastelt hat. Jetzt sind Tattoos ein Thema. Keine Strichmännchen mehr, denen die Füße aus dem Hals wachsen. Aber: Alles zu seiner Zeit. Genießen wir jede Phase davon.

marlies.mohr@vn.vol.at