Marlies Mohr

Kommentar

Marlies Mohr

Wir sind Champions

Gesund / 31.05.2013 • 11:09 Uhr

Grundgütiger, war das eine Schlagzeile. David Alaba hat als erster Österreicher die Champions-League gewonnen, stand da nach dem großen Finale zu lesen. Der Fußballzwerg Österreich im Fußball-Olymp: Schön wär’s gewesen. Allerdings hätte Bayern München vermutlich auch ohne Alaba gewonnen. Ein bisschen von diesem wohligen „Wir-Gefühl“ sei dennoch erlaubt. Schließlich war auch ganz Deutschland Papst, als Josef Ratzinger zu selbigem bestellt wurde. Nur, dass die Fußballgötter heutzutage höher im Kurs stehen als Eminenzen im Ornat. Doch wer weiß, vielleicht ändert sich das, sollte Argentinien demnächst wieder einmal Fußballweltmeister werden.

Aber zurück auf den harten Boden der Realität. Österreich wird sich weiterhin mit Schmalspurkost auf dem grünen Rasen zufriedengeben müssen. Wenn es diese „Wir-sind-Sieger-Euphorie“ jedoch schafft, nur ein paar Kinder und Jugendliche von der Couch oder der Spielkonsole wegzubringen, ist schon etwas gewonnen. Denn nichts wirkt bekanntlich besser als ein positives Vorbild. Mögen die sportlichen Trauben für die Österreicher noch so hoch hängen bzw. unerreichbar sein. Träumen vom großen Glück ist ja nicht verboten.

Apropos Erfolg: Wenn wir schon dabei sind, könnten wir eigentlich auch gleich den deutschen Fußballpokal vereinnahmen. Immerhin spielt in beiden Mannschaften ein Österreicher mit. Lorbeeren ernten, ohne sich anstrengen zu müssen: Gibt es etwas Besseres? Ja, selbst mehr Qualität in die Nachwuchsförderung zu investieren.

marlies.mohr@vn.vol.at