Therapien werden immer spezieller

Gesund / 31.05.2013 • 11:27 Uhr
Die Mammografie ist eine von mehreren Möglichkeiten, einen Brusttumor schon im Frühstadium zu erkennen und zu behandeln. Foto: vn
Die Mammografie ist eine von mehreren Möglichkeiten, einen Brusttumor schon im Frühstadium zu erkennen und zu behandeln. Foto: vn

Krebstherapien als Thema bei den nächsten Mehrerauer Ärztegesprächen

Bregenz. So verschieden die Ursachen für eine Krebserkrankung sein können, so unterschiedlich ist der Verlauf. Besonders aktuell ist das Thema derzeit nicht zuletzt wegen Angelina Jolie. Die Schauspielerin hat öffentlich gemacht, dass sie die Brüste wegen des bei ihr hohen Krebsrisikos amputieren ließ. „Ziel der Medizin ist es, die Behandlungsmethoden zu verbessern und die Nebenwirkungen zu verringern.“ Das betont Dr. Gerhard Diem, der bei den Mehrerauer Ärztegesprächen am Montag, 10. Juni, zum Thema Krebs referiert. Der Internist und Onkologe unterstreicht die Notwendigkeit einer individuellen Behandlung. „Die und der Einsatz neuer Präparate sind bei uns bereits Standard“, so Diem.

Gen-Test empfohlen

Einer möglichen vorbeugenden Brustamputation geht ein Gentest voraus. Diem: „Dieser Test ist bei Brustkrebserkrankungen naher Angehöriger zu empfehlen. In vielen Fällen kann damit Patientinnen die Angst genommen werden, wenn sich herausstellt, dass sie nicht mit dem Gen BRCA 1 belastet sind.“ Aber selbst wenn ein solches Gen entdeckt wird, gehört eine Amputation der Brust oder auch der Eierstöcke gut überlegt. In den USA wird sie häufiger durchgeführt als in Europa. „Es ist eine genaue Beratung durch Spezialisten erforderlich. Die Radikalmaßnahme einer Amputation wird in Europa primär nicht empfohlen“, betont Diem.

Engmaschige Kontrollen sind eine Alternative zur Amputation, denn: „Nicht jede Frau, bei der dieses Gen festgestellt wird, erkrankt an Krebs.“ Die Wahrscheinlichkeit liegt zwischen 60 und 80 Prozent, so die Erfahrung.

Positive Aspekte

In seinem Vortrag wird Dr. Gerhard Diem die Möglichkeiten individueller Therapieformen für Krebspatienten aufzeigen. „Individuell angepasste Therapien können eine erhebliche Besserung bringen. Die Lebenserwartung kann sich deutlich erhöhen, ebenso das Befinden, wenn es gelingt, unangenehme Nebenwirkungen zu reduzieren“, listet der Onkologe die positiven Aspekte einer Behandlung auf. Natürlich gebe es aber nach wie vor Krankheitsverläufe, bei denen die medizinische Forschung noch große Aufgaben vor sich habe. „Wir müssen uns darüber klar sein, dass eine Heilung nicht in jedem Fall möglich ist. Die Erfolgschancen wachsen aber“, sagt Gerhard Diem.

Ärztegespräche

» Termin: Montag, 10. Juni 2013, Aula Bernardi im Kloster Mehrerau

» Referent: Dr. Gerhard Diem

» Beginn: 19.30 Uhr, Eintritt frei