Auch mit Diabetes gut leben

Mini Med Studium informiert über Möglichkeiten, die Erkrankung im Griff zu halten.
Wolfurt. (VN-mm) Diabetes hat sich zur häufigsten Stoffwechselerkrankung entwickelt. Allein in Österreich leiden Schätzungen zufolge fünf Prozent der Bevölkerung an der Zuckerkrankheit. Bis 2020 wird sich diese Zahl verdoppeln. Wie Betroffene ihre Erkrankung dennoch im Griff haben und ein gutes Leben führen können, darüber berichten Primar Dr. Heinz Drexel (LKH Feldkirch) und Primar Dr. Bernhard Föger (LKH Bregenz) beim Mini Med Studium am Mittwoch, 5. Juni, im Cubus in Wolfurt.
Zu viel Fett eingelagert
Es gibt zwei wesentliche Formen der Zuckerkrankheit: Der sogenannte Typ 1 betrifft eher jüngere Personen und ist charakterisiert durch einen Ausfall der körpereigenen Insulinproduktion. Grund ist eine Attacke des Immunsystems, durch die die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört werden. „In diesem Fall muss dem Patienten das Hormon Insulin zugeführt werden“, erklärt Heinz Drexel. Dieser Typ ist relativ selten. Das Hauptproblem stellt der Typ 2-Diabetes dar, bei dem der Körper noch Insulin produziert, dieses aber nicht richtig wirkt. Neuesten Erkenntnissen zufolge könnte die Ursache in einer vermehrten Fetteinlagerung in drei Organen begründet sein, wobei diese Fette dann giftig sind. „Eine solche Überflutung kommt meistens durch Übergewicht zustande“, so Drexel. Betroffen sind Bauchspeicheldrüse, Leber und Muskulatur. Die giftige Wirkung von Fetten besteht darin, dass die Insulinfreisetzung in der Bauchspeicheldrüse nicht mehr richtig funktioniert, wenn zu viel Fett eingelagert wird. In der Leber bedeutet eine zu starke Fetteinlagerung, dass weniger Zucker aufgenommen werden kann. Gleiches gilt für die Muskulatur.
Risiko für die Gefäße
Die Bedeutung des Typ 2-Diabetes liegt nicht nur darin, dass die Erkrankung selbst ein häufiges Problem darstellt. Sie steigert auch das Risiko für Gefäßerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Beindurchblutungsstörungen. Der wichtigste Auslöser für Diabetes sind Übergewicht und Fettleibigkeit. Aufgrund dieser Tatsache und den bei Diabetes ebenfalls häufig gestörten Blutfetten („Cholesterin“) spricht man anstelle von Zuckerkrankheit heute auch oft von „Fettkrankheit“. In Österreich ist jeder zweite Mann und jede dritte Frau übergewichtig, wobei Vorarlberg etwas weniger betroffen ist.
Lebensstiländerung
Die gute Nachricht: Zuckerkrankheit lässt sich durch eine Änderung des Lebensstils wirksam verhindern. Wesentlichste Maßnahmen sind Gewichtsreduktion und regelmäßige Bewegung. Bei bereits vorhandenem Diabetes besteht bereits ein Insulinmangel. „Hier ist die Gewichtsabnahme zwar schwieriger, aber immer noch möglich“, betont Heinz Drexel. So sollten Diabetiker weniger als drei Esslöffel Zucker pro Tag zu sich nehmen, Nahrungsmittel, die Zucker langsam freisetzen bevorzugen, die Einnahme zuckerhaltiger Mahlzeiten mit der Diabetesbehandlung abstimmen und ein günstiges „Fettmuster“ anstreben. Außerdem wichtig: wenig Alkohol, wenig Salz und keine Zigaretten.
Mini Med
Volkskrankheit Diabetes – Die Krankheit besser im Griff haben
» Referenten: Primar Dr. Heinz Drexel, LKH Feldkirch, Primar Dr. Bernhard Föger, LKH Bregenz
» Termin: 5. Juni 2013, Cubus Wolfurt
» Beginn: 19 Uhr, Einlass ab 18 Uhr
» Eintritt frei