Im Magen kann ein übler Wegbegleiter gut gedeihen

Gesund / 12.04.2013 • 10:34 Uhr

Das Bakterium Helicobacter Pylori verursacht schmerzhafte Beschwerden.

wolfurt. Mit einem anderen Plagegeist, der den Magen heimsucht, nämlich dem Helicobacter Pylori, befasste sich die im LKH Bregenz tätige Internistin OÄ Dr. Yildiz Yildiz. 1983 wurde dieses Bakterium erstmals aus Magenproben isoliert, 2005 erhielten zwei australische Ärzte für die Entdeckung des Helicobacter Pylori den Nobelpreis. Sie stellten erstmals auch einen Zusammenhang zwischen Infektion und Magenerkrankungen her. „Sie erkannten, dass das Bakterium der Hauptverursacher für Magenschleimhautentzündungen und Magengeschwüre ist“, berichtete Yildiz. Und es fördert die Entstehung von Magenkrebs.

Hohe Infektionsrate

Schlechte hygienische Bedingungen begünstigen die Infektion mit dem Bakterium, das ganz gut in der Magensäure überleben und sich dort auch vermehren kann. Vor allem in den Entwicklungsländern ist die Infektionsrate mit 80 Prozent sehr hoch. In Europa liegt sie bei 30 bis 40 Prozent. Vielfach verläuft eine Infektion ohne Symptome. In anderen Fällen kommt es zu Völlegefühl, Blähungen, Oberbauchschmerzen, Sodbrennen und Appetitlosigkeit. Der Grund für die Beschwerden: „Das Bakterium setzt sich auf die Magenschleimhaut und verursacht eine Entzündungsreaktion“, erklärte Yildiz Yildiz. In weiterer Folge kann es zu Gastritis und Blutungen sowie Geschwüren im Magen und Zwölffingerdarm kommen.

Der Nachweis des Helicobacter Pylori erfolgt mittels Magenspiegelung, bei der Gewebe entnommen und histologisch untersucht wird, sowie Harnstoff-Atem- oder Stuhltest. Beim Harnstoff-Atemtest weist ein erhöhter Kohlendioxidausstoß auf den Übeltäter hin. „Eine Infektion mit dem Helicobacter Pylori sollte ernst genommen werden“, betonte OÄ Yildiz.

Kombinationstherapie

Eine Behandlung ist angezeigt bei chronischer Magenentzündung, bei Geschwüren, familiär bedingtem Magenkrebs und Personen, die über einen längeren Zeitraum Medikamente nehmen müssen, welche die Magenschleimhaut angreifen. Das sind in erster Linie solche zur Schmerzbekämpfung. Die Therapie besteht aus einer Kombination von zwei verschiedenen Antibiotika mit Säureblockern. „Nach einer Woche sind die Beschwerden bei einem Großteil der Patienten weg“, lautete die positive medizinische Kunde. Die weniger gute: Man kann sich wieder infizieren, was bei 10 bis 20 Prozent der Betroffenen auch passiert.