Markiger Weckruf
Gesetzlich unzulässige Mehrarbeit in Spitälern ist in der Tat nichts Neues. Immer wieder weisen Ärzte darauf hin. Sie werden zur Kenntnis genommen. Mehr aber auch nicht. Nun hat das Arbeitsinspektorat die Keule ausgepackt und die Spitalsverantwortlichen angezeigt. Wer nicht hört . . . Sie kennen das Sprichwort ja.
Dass Landeshauptmann Markus Wallner betont, er werde diese Überbelastung nicht dulden, mag gut und recht sein. Allerdings muss er sich dann auch selbst an der Nase nehmen. Immerhin wurde die Krankenhausbetriebsgesellschaft schon zu seinen Zeiten als Gesundheitslandesrat mehrfach schriftlich aufgefordert, diesen Missstand abzustellen. Mit wenig Erfolg, wie sich offenbarte.
Klar muss sein, dass es die sogenannten normalen Arbeitszeiten in Spitälern nie geben wird. Es dürfte jetzt allerdings auch schwierig sein, gute Lösungen zu finden. Der Ärztemangel hat die Situation inzwischen nämlich drastisch verschärft. Es bleibt kaum etwas anderes übrig, als zu rotieren, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Als Folge davon fallen weiterhin zahllose Überstunden an, die Monat für Monat zigtausend Euro zusätzlich kosten.
Doch woher die Mediziner nehmen? „Die wachsen nicht auf Bäumen“, pflegen humorvolle Zeitgenossen diesbezüglich gerne anzumerken. Womit sie wohl recht haben. Wenn sich Markus Wallner nun jedoch im Zusammenhang mit „kreativen Lösungen“ sogar „gewisse“ Leistungseinschränkungen vorstellen kann, wenn auch nur vorübergehend, sollten sämtliche Alarmglocken schrillen. Falls nicht schon der markige Weckruf des Arbeitsinspektorats seine Wirkung getan hat.
marlies.mohr@vn.vol.at
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