Hilfe gegen Cholesterin und Co.

Ein aktuelles Thema zum Auftakt des Mini Med Studiums im Frühjahrssemester.
Wolfurt. (VN-mm) Mit einem immer aktuellen Thema startet das Mini Med Studium am kommenden Mittwoch, 6. März, in das Frühjahrssemester. Der Vortrag von OA Dozent Dr. Christoph Säly findet im Cubus in Wolfurt statt und befasst sich mit dem Stoffwechsel und Herz-Kreislauf-Erkrankungen bzw. mit jenen „Zutaten“ im Körper, die buchstäblich Gift für die Gefäße sind. Dazu gehört in erster Linie das Cholesterin. Es lagert sich im Laufe des Lebens in den Wänden von Blutgefäßen ab und kann so zu einer Verengung der Blutgefäße führen. Was viele nicht wissen: Dieser Prozess beginnt bereits im Kindesalter.
Gesamtsituation zählt
In der Regel bleibt diese Entwicklung jedoch über Jahrzehnte unbemerkt. „Erst hochgradige Gefäßverengungen führen zu Beschwerden wie etwa zur Angina pectoris oder zur Schaufensterkrankheit der Beine“, erklärt Christoph Säly vom LKH Feldkirch. Besonders tückisch ist aber, dass auch schon bei geringeren Gefäßverengungen Infarkte und Schlaganfälle auftreten können: Denn bricht in der Gefäßwand eine Cholesterinablagerung auf, kommt es an dieser Stelle zu einer Verklumpung des Blutes, die wiederum zu einer plötzlichen Gefäßverstopfung und damit zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führt.
Die Ablagerungen selbst bestehen aus Cholesterin. „Ein hohes Cholesterin ist also generell ungünstig“, so Säly. Allerdings ist das Cholesterin nicht für alle Menschen gleich gefährlich. Deshalb muss bei der Beurteilung der Cholesterinwerte immer die Gesamtsituation des Patienten berücksichtigt werden.
Frauen sind besser dran
Cholesterin ist ein Fett und kann wie alle Fette nicht in Wasser aufgelöst werden. Im Blut wird das Cholesterin deshalb zusammen mit Eiweiß in winzig kleinen Partikeln transportiert. Ein hohes Gesamtcholesterin im Blut ist ungünstig, weil der größte Teil des Cholesterins (das LDL Cholesterin) in den sogenannten LDL Partikeln transportiert wird, die in die Gefäßwände eingelagert werden und Gefäßverengungen verursachen. Ein kleinerer Teil des Blutcholesterins (das HDL Cholesterin) wird hingegen in HDL-Partikeln transportiert, die das Gegenteil der LDL-Partikel machen: Sie transportieren das bereits in den Gefäßwänden abgelagerte Cholesterin aus den Gefäßwänden hinaus. „Damit schützen sie vor Cholesterinablagerungen in den Gefäßen und können sogar zu einer Rückbildung von Gefäßverengungen führen. Ein hohes HDL Cholesterin ist also gut“, erläutert der Mediziner diese verblüffende Tatsache.
Frauen haben übrigens von Natur aus ein höheres HDL Cholesterin als Männer und deshalb weniger häufig Herzinfarkte. Das „gute“ Cholesterin kann aber auch bei Männern durch das Vermeiden von Übergewicht, durch körperliche Bewegung und nur moderaten Alkoholkonsum gesteigert werden.
Behandlungsmöglichkeiten
Bei Personen mit Diabetes ist das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle erhöht. Die Ursache dafür liegt weniger in einem besonders hohen schlechten LDL Cholesterin, als in niedrigen Werten des guten HDL Cholesterins. Säly: „Der Abtransport von Cholesterin aus den Gefäßwänden ist bei Patienten mit Diabetes gestört. Ein hohes schlechtes Cholesterin toleriert der Körper nur schlecht. Die meisten Diabetiker benötigen deshalb eine Behandlung zur Senkung des schlechten LDL Cholesterins.“
Das LDL Cholesterin kann durch gesunde Ernährung und körperliche Bewegung gesenkt werden, allerdings ist die durch diese Maßnahmen erzielte Cholesterinsenkung eher bescheiden und nur für sonst gesunde Menschen zu empfehlen. Patienten, die bereits an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden oder auch Patienten mit Diabetes benötigen oft zusätzlich eine medikamentöse Behandlung.
Mini Med
Alles zu Stoffwechsel und Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Cholesterin und Co. – Gift für die Gefäße
» Referenten: OA Dozent Dr. Christoph Säly, Bereichsleiter Stoffwechsel, Interne Abteilung, LKH Feldkirch
» Termin: 6. März 2013, Cubus Wolfurt
» Beginn: 19 Uhr, Einlass ab 18 Uhr
» Eintritt frei