„Ohne Pathologen keine Diagnose“

Gesund / 15.02.2013 • 11:13 Uhr
Die Mammografie als Maßnahme zur Krebsfrüherkennung wird in Österreich deutlich verbessert. Foto: vn
Die Mammografie als Maßnahme zur Krebsfrüherkennung wird in Österreich deutlich verbessert. Foto: vn

Letztes Mini Med Studium im Herbstsemester hat Thema Frauen und Krebs zum Inhalt.

Wolfurt. (VN-mm) Um Brustkrebs und neue Diagnose bzw. Behandlungsmöglichkeiten geht es beim letzten Mini Med Studium im Herbstsemester. Erstmals wird dabei auch die Rolle der Pathologen ausführlich beleuchtet. OÄ Dr. Zerina Jasarevic vom Institut für Pathologie im LKH Feldkirch weiß: „Ohne Diagnose keine Therapie. Ohne Pathologen keine Diagnose.“ Sie wird am kommenden Mittwoch, 20. Februar, ebenso im Cubus in Wolfurt zu Gast sein wie der Onkologe OA Dr. Anton Lang.

Mehr Wissen gefordert

Pathologen sind, nicht zuletzt durch einschlägige Fernsehserien, häufig auf Autopsien reduziert. Dabei machen sie viel mehr. „90 Prozent unserer Arbeitszeit besteht in der Untersuchung von Gewebeproben lebender Patienten“, erklärt Zerina Jasarevic. Damit steht auch die Pathologie ganz im Dienst des klinischen Alltags.

Was Krebserkrankungen betrifft: Eine Krebsdiagnose ist erst dann gesichert, wenn ein histologischer Befund vorliegt. „Alle Diagnosen vor der mikroskopischen Untersuchung sind Verdachtsdiagnosen“, so Jasarevic. In diesem Zusammenhang untersuchen die Pathologen unter anderem Stanzbiopsate, Operationspräparate, Nachresektate und alle Lymphknoten der operierten Patienten. Aber: „Eine Tumordiagnose zu stellen, ist nicht immer einfach.“ Heutzutage brauche es mehr Wissen. Neben dem Namen des Tumors und der Bestimmung, ob bösartig oder nicht, erfordere die richtige Wahl der immer komplizierteren und immer mehr wirksameren Therapien noch viele weitere Kenntnisse. So etwa Tumortyp, Art des Wachsens, Befall der Gefäße und Genveränderungen.

Individuelle Therapie

Das Gewebe selbst muss zuerst einem unterschiedlich langen technischen Prozedere unterzogen werden. Erst danach kann der Pathologe mit den eigentlichen Befunden beginnen. Aufgrund der pathologischen und zusätzlichen molekularpathologischen Befunde werden dann in einem Tumorboard weitere Schritte und individuelle Therapie für jeden einzelnen Patienten bestimmt. Die Tumoren werden von den Pathologen auch immer häufiger auf verschiedene Bestandteile oder Genveränderungen getestet, die das Ansprechen auf moderne, unter Umständen sehr teure Therapie vorhersagen können.

Nach der Operation werden alle Befunde vom Pathologen in eine definitive Diagnose zusammengefasst. „Diese Ergebnisse sind die Grundlage jeder Therapie“, so die Ärztin.

Unterschiede

In Österreich erkranken jährlich rund 20.000 Frauen an Krebs. Bei Krebsarten wie Brustkrebs oder Hautkrebs spielt die Früherkennung eine wichtige Rolle. „Je früher die Erkrankung erkannt und behandelt wird, umso höher sind die Heilungschancen“, betont OA Dr.
Alois Lang, Onkologe im LKH Feldkirch. Prinzipiell gelte es, Krebsfrüherkennungsmaßnahmen von Krebsvorsorgemaßnahmen zu unterscheiden, auch wenn der Übergang fließend sein kann.

» Krebsfrüherkennung bedeutet den Versuch, eine Krebserkrankung möglichst früh zu erkennen, um sie möglichst rasch zu behandeln und so die Prognose der Patientin deutlich verbessern zu können. Ziel der Krebsfrüherkennung ist die Senkung der Sterblichkeit. Eine typische Krebsfrüherkennungsmaßnahme ist zum Beispiel die Mammografie, die man bei Frauen durchführt, die keine Beschwerden und keinen tastbaren Brustknoten haben. Die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken, kann durch die Früherkennungsuntersuchung alleine nicht vermindert werden.

» Unter Krebsvorsorge bzw. Krebsprävention versteht man das Setzen von Maßnahmen, um die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken, zu reduzieren. Ziel der Krebsvorsorge ist also die Senkung der Erkrankungsrate. Ein Beispiel einer Krebsvorsorgemaßnahme ist die operative Entfernung eines Darmpolypen, der, wenn er über Jahre vorhanden ist, bösartig werden und so zu Darmkrebs führen kann.

Mini Med

Krebs und Krebsvorsorge bei der Frau, Früherkennung, Risikofaktoren und neueste Therapien

» Referenten: OÄ Dr. Zerina Jesarevic, Institut für Pathologie, LKH Feldkirch, OA Dr. Alois Lang, Abteilung für Allgemein- und Thoraxchirurgie, LKH Feldkirch

» Termin: Mittwoch, 20. Februar 2013, Cubus Wolfurt

» Beginn: 19 Uhr, Einlass ab 18 Uhr

» Eintritt frei