Ein engagierter Retter in seinem Element

Extra / 27.12.2023 • 15:49 Uhr
Der 34-Jährige ist Lehrer und engagiert sich in seiner Freizeit für die Wasserrettung. VN/RP
Der 34-Jährige ist Lehrer und engagiert sich in seiner Freizeit für die Wasserrettung. VN/RP

Der 34-jährige Patric Pisoni eilt mit seinen Kollegen in Not Geratenen im und auf dem Wasser zu Hilfe.

Bludenz Er zieht Mopeds aus den 1960er-Jahren ans Land. Er hilft zwischendurch auch mal Weinfässer aus dem Bodensee zu bergen. Aber vor allem tut er eines: Leben retten. Denn Patric Pisoni ist einer von Tausenden Vorarlbergerinnen und Vorarlbergern, die sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich für Blaulichtorganisationen engagieren und einen wichtigen Dienst für die Allgemeinheit leisten.

Wasser ist sein Element. Und dies nicht nur als Hobbysportler, sondern eben auch bei der Wasserrettung. So ist der 34-Jährige als Einsatzkraft, Taucher, Wildwasserretter und als Schiffsführer auf dem Bodensee unterwegs. Seit heuer ist er zudem Abteilungsleiter der Wasserrettung Bludenz.

Warum er sich mit dem Wasser so verbunden fühlt? „Das ist wohl meinen Eltern geschuldet“, sagt Pisoni mit einem Augenzwinkern. So lernte er mit vier Jahren Schwimmen und durfte im Familienurlaub Wassersportartarten ausprobieren. Dabei entdeckte er unter anderem auch seine Begeisterung für das Kite- und Windsurfen.

Weitere Aufgaben

Nach dem Zivildienst leistete der Oberländer zehn Jahre lang für das Rote Kreuz Freiwilligendienst. Vor 13 Jahren stieß er dann auch zur Wasserrettung und absolvierte die gesamte Ausbildungspalette. Weitere Aufgaben fanden sich schnell für ihn. „Es hieß, ich sei Lehrer und könne schreiben. Daher wurde ich gleich mal Schriftführer“, erläutert der 34-Jährige den Beginn auf der Vorstandsebene und lacht. Weiter ging es unter anderem später als Ausbildungsleiter bis hin zum stellvertretenden Tauchreferenten im Land.

Pisoni investiert viel Zeit für notwendige Trainings und Dienste und sieht das Engagement für die Blaulichtorganisation als sinnvolles Hobby. Allein in diesem Jahr war der 34-Jährige 500 Stunden ehrenamtlich für die Wasserrettung im Einsatz. Als erfahrene Einsatzkraft wird er auch nicht müde zu betonen, wie wichtig es ist, dass Kinder schwimmen lernen. „Wasser ist gefährlich“, sagt er mit ernster Miene. Im Ernstfall zählt jede Sekunde.

Beruflich ist Pisoni als Mathe- und Sportlehrer an der Skimittelschule in Schruns im Einsatz. Seine Freizeit verbringt der fitte Pädagoge nicht nur gerne auf dem Wasser, sondern auch beim Skifahren auf der Piste. In seiner Jugend gewann er gar Medaillen bei Shortcarver-Europameisterschaften. „Das ist aber schon sehr lange her“, sagt er und grinst.

Während der Sommersaison ist Pisoni an den Wochenenden öfters mit dem Wasserrettungsboot im Bereitschaftsdienst als Schiffsführer auf dem Bodensee unterwegs. Dort geht es für den Retter am See und seine Kollegen auch um manövrierunfähige Boote, Patiententransporte, Starkwind- und Sturmwarnfahrten oder internationale Seenotfälle. Die Verantwortung ist groß. Können und Durchhaltevermögen sind gefragt, müssen die freiwilligen Helfer doch auch bei widrigen Wetterbedingungen in den Einsatz.

Viel erlebt

Zu den Aufgaben der Wasserretter zählen neben Bäder- und Bereitschafts- auch Überwachungsdienste bei Veranstaltungen, um im Notfall schnellstmöglich zur Stelle zu sein. So saß Pisoni früher beispielsweise bei den Bregenzer Festspielen in der ersten Reihe. „Im Neopren und mit den Füßen im Wasser halt“, ergänzt er und schmunzelt.

Im Ernstfall mit seinem Wissen und Können zu Hilfe zu eilen, ist für Pisoni genauso wie für viele andere Helfer eine Selbstverständlichkeit. Auch wenn es nur darum geht, bei einer Seereinigung Mopeds an Land zu ziehen.