Handwerk hat auch in Zukunft goldenen Boden

Gewerbe und Handwerk bieten auch in Zeiten der Digitalisierung Top-Arbeitsplätze mit Perspektive.
„Gewerbe und Handwerk sind traditionell die Basis einer gesunden Wirtschaft und sind auch die Lehrlingsausbildner Nummer eins – in den Betrieben wird fast die Hälfte aller Lehrlinge in Österreich, rund 46.000, ausgebildet – auch in Vorarlberg sind die Innungen und Fachgruppen im Gewerbe und Handwerk nach wie vor die Ausbildner Nummer eins noch vor der Industrie. Und sie haben auch einiges anzubieten, etwa krisensichere Arbeitsplätze. Das hat sich auch im Corona-Jahr gezeigt.
Qualifizierung ist das Gebot der Stunde für den Restart der Wirtschaft. Das zeigen die Zahlen am Arbeitsmarkt, aber auch die Betroffenheit der verschiedenen Branchen. Und der Fachkräftemangel ist nicht geringer geworden in den vergangenen Monaten. Gewerbe und Handwerk punkten bei Karriereeinsteigern, aber auch mit Arbeitsplätzen in einem überschaubaren Umfeld, in kleineren Betrieben kennen sich alle Mitarbeiter und der Arbeitgeber persönlich und sehr gut. Das kommt in einer Zeit, in der man sich auf Regionalität und Nachhaltigkeit besinnt, bei vielen Menschen gut an. Auch dass man sich in kleineren Firmen oft sehr gut nach oben arbeiten kann, spricht für die Gewerbebetriebe.
Laut Umfragen sehen die Österreicherinnen und Österreicher Handwerks- und Gewerbeberufe wie z. B. Tischler, Friseur, Bäcker oder Maurer als besonders zukunftsträchtig: Diese Berufe landeten in der Umfrage auf dem zweiten Platz – sogar noch vor einer Laufbahn in der IT oder Pflege. Lediglich die Ärzte und Apotheker liegen vor den Lehrberufen. Wichtig sei, dass junge Menschen herausfinden, was zu ihnen passt, was ihren Interessen und ihrer Begabung entspricht. Es soll sich niemand davon abhalten lassen, den Traumberuf anzustreben. Denn wer durch besonderes Engagement heraussticht, wird auch gute Chancen auf Qualifizierung in gefragten Berufen ergattern, heißt es aus dem Gewerbe und Handwerk.
Wesentliche Aufwertung
Im vergangenen Jahr erhielten die Gewerbe- und Handwerksausbildungen in Österreich eine wesentliche Aufwertung, die von den Berufsgruppen schon lange gefordert wurde. Das nunmehrige Führen des Meistertitels in offiziellen Dokumenten ist eine Anerkennung und Gleichstellung mit akademischen Berufen, sie könnte auch als Motivationsschub dienen. „Ich finde diese Gleichwertigkeit einen ganz entscheidenden Schritt. Ein Master of Science ist etwas anderes als ein Tischlermeister oder ein Mechatroniker, aber es geht eben um die Gleichwertigkeit“, betont der Sprecher der Berufsgruppen, Glasermeister Bernhard Feigl (Firma Glas Marte). Er glaube aber, dass der Titel trotzdem im Vorarlberger Handwerk nur von ganz wenigen Meistern geführt werden wird. Kein Meister meint tatsächlich, dass er mehr wert ist, nur weil der drei Buchstaben vor seinen Namen schreiben kann, sondern man definiert sich im Handwerk über die eigene Leistung und nicht über Titel. Dennoch, diese Gleichwertigkeit sei immens wichtig.
„Ein Master of Science ist etwas anderes als ein Tischlermeister oder ein Mechatroniker, aber es geht eben um die Gleichwertigkeit“.
Bernhard Feigl Sprecher der Sparte Gewerbe und Handwerk
