Kontrolle ist besser

Extra / 04.02.2021 • 13:51 Uhr
Kontrolle ist besser

Pia Meusburger, geb. 1989, lebt in Wien und forschte über Bilanzkontrolle von Konzernen

Einst galt sie als eines der größten Talente des Landes. Doch ihre Knie hatten etwas gegen eine Snowboardkarriere. Also schlug Pia Meusburger einen anderen Weg ein und ist dabei nicht minder erfolgreich. Die Dornbirnerin hat soeben ihre Dissertation in Innsbruck abgeschlossen und bereits einen Vertrag bei einer der größten Steuerberatungskanzleien Österreichs in der Tasche. Ihr Spezialgebiet ist spätestens seit dem Wirecard-Skandal hochaktuell: Wie kann die Bilanz von börsennotierten Unternehmen besser geprüft werden?

Vor zwölf Jahren war ihr Leben noch anders. 2009 und 2010 schnappt sich Meusburger den Europacup-Gesamtsieg im Slopestyle einer besonders gefährlichen Sparte des Snowboardsports. 2010 holt sie sich fünf Gehirnerschütterungen. Den größten Erfolg feiert sie im Februar 2011 im Weltcup-Bewerb in Calgary, als sie Dritte wurde. Kurz darauf verletzt sie sich schwer, womit das neue Leben beginnt. Dem Bachelortitel folgt der Mastertitel. Schon während des Masterstudiums veröffentlicht sie Artikel in Fachzeitschriften und arbeitet im Institut für Rechnungswesen, Steuerlehre und Wirtschaftsprüfung an der Uni. Nach dem Masterabschluss ist der nächste Schritt also schon klar: Sie beginnt mit der Dissertation. Vor wenigen Wochen gibt die 32-Jährige ihre Dissertation ab, noch im Februar steht die Abschlussprüfung an. Innsbruck hat sie allerdings schon jetzt den Rücken gekehrt. Seit Jänner wohnt Pia Meusburger mit ihrem Freund in Wien. Er studierte dasselbe, schloss ebenfalls kürzlich mit dem Dr.-Titel ab und fängt wie die Dornbirnerin in einer Steuerberatungskanzlei in Wien an. Meusburger selbst wird sich beruflich sowohl dem Bereich Steuerberatung als auch dem Bereich Wirtschaftsprüfung widmen.

Den Bergen ist sie nach wie vor treu. Im Winter fährt sie Ski oder macht Skitouren. Im Sommer geht sie vor allem Klettern. „Ich bin immer noch viel in den Bergen unterwegs. Nur nicht mehr im Funpark“, erzählt sie. Innsbruck hat sie noch nicht ganz verlassen. Im nächsten Semester wird sie noch einmal eine Vorlesung an der Uni besuchen – als Vortragende natürlich.