„Es soll nicht nur mir gut gehen“

„Ma hilft“ unterstützt Lorena Halder nach Schicksalsschlag.
Langenegg Das Schicksal hat Lorena Halder (47) vor zweieinhalb Jahren übel mitgespielt. Am 30. April 2018 kam ihr Mann Konrad ums Leben. Es war ein schrecklicher Arbeitsunfall. Konrad Halder war mit einer Flexmaschine ausgerutscht, die Flex durchtrennte eine Hauptschlagader. Die gebürtige Rumänin wusste nicht mehr ein und aus. Doch sie hatte das Glück, in einer wunderbaren Dorfgemeinschaft leben zu dürfen. „Ich bin noch heute zutiefst gerührt, wie sich Menschen um mich gekümmert haben, mir in dieser ausweglos scheinenden Situation tatkräftig zur Seite gestanden haben.“
Wunderbare Helfer
Zu diesen wunderbaren Menschen im Dorf gesellte sich dann auch VN-Ombudsmann Erich Schwärzler. Hilfe brauchten Lorena Halder und ihre drei Töchter im Alter von elf, sieben und und vier Jahren in mehrfacher Hinsicht. Neben dem unermesslichen seelischen Leid hatten die Halders auch ein handfestes materielles Problem. Das Dach des stattlichen Eigenheims war unwiderruflich defekt. Es konnte nicht einmal mehr repariert werden. Die Familie brauchte ein neues Dach.
Erich Schwärzler schaltete „Ma hilft“ ein, und die VN-Sozialaktion reihte sich bereitwillig in die Schar jener, die der Familie unter anderem mit viel Eigenleistung zur Seite standen. Kurzum: Bald schon hatten Mutter und Töchter ein neues, stabiles Dach über dem Kopf.
Plötzlich war alles anders
„Ich weiß noch heute nicht, wie ich allen danken soll, die mir damals so großzügig und liebevoll geholfen haben. Ich bin mit allen noch sehr tief verbunden. Mir hat diese Erfahrung gezeigt, wie gut Menschen sein können und wie stark eine Gemeinschaft“, spricht Lorena Halder bewegende Worte voller Dankbarkeit.
Der Familie geht es heute gut. Die drei Töchter besuchen Kindergarten, Volksschule und die Älteste die Mittelschule Lingenau. Sie fühlen sich in ihren Gemeinschaften wohl, das Wohnhaus bietet allen ein sicheres und wohliges Nest. Natürlich lebt die Erinnerung an den geliebten Vater und Ehemann weiter.
„Konrad war einige Zeit krank. Das schreckliche Unglück passierte zu einem Zeitpunkt, als er sich wieder auf dem Weg der Besserung befand“, berichtet Lorena. Allen machte der Tod des damals 58-Jährigen schwer zu schaffen. Lorena stand alleine da und hätte ohne die Hilfe ihres Umfelds nicht gewusst, wie es weitergehen sollte.
Optimistisch in die Zukunft
Jetzt haben sie alle wieder Freude am Leben gefunden. Für Lorena ist ihr Garten in der warmen Jahreszeit ihr großes Hobby. Die Kinder gehen ihr dabei zur Hand. Lorena möchte der Gesellschaft irgendwann etwas zurückgeben. „Sobald ich mich zeitlich imstande dazu sehe, würde ich gerne im Pflegebereich arbeiten. Einiges an Erfahrung bringe ich mit, ich habe mich ja bereits um meine Schwiegermutter gekümmert“, erzählt Lorena. Gerne würde sie dafür auch eine Ausbildung machen. „Aber noch sind die Kinder zu klein, als dass ich mich um einen Beruf kümmern könnte. Sie brauchen mich voll und ganz.“
Lorena glaubt fest daran, dass nicht nur für sie und ihre Töchter im kommenden Jahr Grund zum Optimismus besteht. „Ich denke, es wird 2021 allen Menschen auf der Welt besser gehen. Weil wir irgendwann dieses Coronavirus besiegen und zu einem normalen Leben zurückfinden werden. Ich bin auch fest davon überzeugt, dass diese Krise Menschen näher zusammengebracht hat und uns eines gelehrt hat: Als starke Gemeinschaft überwinden wir jede Kirse.“
Ombudsmann Erich Schwärzler hört solche Worte gerne. „Lorena und ihre Familie sind ein gutes Beispiel dafür zu zeigen, wie richtige Hilfe wirkt“, sinniert der frühere Sicherheits- und Landwirtschaftslandesrat.
Die Solidarität und der Einsatz der Langenegger und einiger anderer Menschen in der Umgebung für die Familie Halder haben auch ihm große Bewunderung abgerungen. „Was hier passiert ist, ist ein prächtiges Beispiel dafür, wie eine intakte Gemeinschaft funktionieren kann“, freut sich Schwärzler mit den Halders, für die er selbst einiges getan hat und für die er stets da ist und weiter da sein wird.