Sonne und Gas als kleines Ökokraftwerk

Extra / 27.10.2020 • 14:46 Uhr
Wohnungen mit Gasheizungen können mit Solarkollektoren kombiniert werden. Shutterstock
Wohnungen mit Gasheizungen können mit Solarkollektoren kombiniert werden. Shutterstock

HYBRIDWÄRME Dabei wird bei Sonnenschein mittels Sonnenkollektor oder Photovoltaikanlage kaltes Wasser erwärmt. „Warmwasser lässt sich über mehrere Tage ohne merkliche Wärmeverluste speichern“, betont Helmut Weinwurm, Vorsitzender der Vereinigung Österreichischer Kessellieferanten. Das Warmwasser wird im Speicher so lange aufbewahrt, bis es etwa zum Duschen verbraucht wird.

Erfolgreich erprobt

Im Winter wird deutlich mehr Energie benötigt, als die Sonne liefern kann. Nun kommt die Gasbrennwerttherme zum Einsatz und ersetzt die Wärme der Sonne. Grünes Gas ist Energie aus dem Sommer, die im Herbst und Winter zum Heizen oder zur Warmwasserbereitung genützt werden kann. Es wird aus landwirtschaftlichen Abfällen oder auch überschüssigem Sonnen- oder Windstrom gewonnen. „Brennwertthermen sind bereits heute ‚Green-Gas-ready‘ und können mit Grünem Gas wie gewohnt weiterbenutzt werden“, so Weinwurm. Mit dieser zukunftsweisenden Kombination aus Sonnenenergie und Grünem Gas ist man bestens und klimaschonend für die kalte Jahreszeit gerüstet. Diese energiesparende Hybridlösung aus Solarenergie und Gas wird bereits heute in mehreren Tausend Haushalten in ganz Österreich erfolgreich eingesetzt. Sie ist hocheffizient und hilft, den Verbrauch von Gas deutlich zu reduzieren. Österreich kann ausreichend Grünes Gas aus den Abfällen der heimischen Landwirtschaft gewinnen, um mittelfristig alle Haushalte mit Grünem Gas zu versorgen, die mit Gas heizen. Das umweltfreundlich gewonnene Gas ist genauso speicherfähig wie Erdgas und kann – im Unterschied zu Strom – so lange in Österreichs großen unterirdischen Gasspeichern aufbewahrt werden, bis es benötigt wird.

Effiziente Lösung

Rund eine Million Gasgeräte sind in Österreichs Haushalten im Einsatz. „Die Kombination aus Solarenergie und Grünem Gas ist eine besonders effiziente Lösung und erspart teure Umrüstung, indem man vorhandene Gasgeräte, aber auch die bestehende Infrastruktur weiterhin nutzt“, betont Michael Haselauer, Vizepräsident der Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach. Solarkollektoren oder eine Photovoltaikanlage werden in das vorhandene Heizsystem integriert und die Anwender freuen sich über hohen Komfort bei geringen Kosten. Das ist klimaschonend, günstig und kann sofort umgesetzt werden.