Mehr Wind für die Wärmewende

Extra / 27.10.2020 • 14:46 Uhr
Laut einer aktuellen Studie werden Wärmepumpen in Zukunft eine größere Rolle spielen. Shutterstock
Laut einer aktuellen Studie werden Wärmepumpen in Zukunft eine größere Rolle spielen. Shutterstock

In jedem zweiten neuen Gebäude wird es 2050 eine strombetriebene Wärmepumpe geben.

WÄRMEPUMPEN Die zum Großteil fossil bereitgestellte Energie für Raumwärme in Österreich ist für mehr als 20 Prozent der österreichischen CO2-Emissionen verantwortlich. Die Wärmeerzeugung aus Strom kann hier einen hohen Beitrag zur Dekarbonisierung liefern. Dieser Beitrag muss intelligent und vorausschauend geplant werden, zeigt die brandaktuelle Studie „Wärmezukunft 2050“ der TU Wien zur nachhaltigen Wärmeversorgung Österreichs. „Eine zur Gänze erneuerbare Versorgung ist im Strombereich bis 2030 möglich – wenn man möchte. Im Wärmemarkt ist dies nur mit einer wesentlich langfristigeren Strategie bis 2050 erreichbar“, so Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft.

Langfristige Investition

Die Studie ergab, dass die Umstellung der Wärmeversorgung ganz andere Voraussetzungen zeigt als der Strommarkt. Heizsysteme sind meist sehr langfristige Investitionen von Privatpersonen oder ganzen Städten. Daher ist es notwendig, Planung und Horizont für alle Nutzer möglichst klar zu definieren. Moidl: „Andererseits haben wir im Strombereich bereits 70 Prozent erneuerbare Energieerzeugung, während im Wärmesektor noch mit 60 Prozent Kohle-, Gas- und Ölheizungen dominieren. Aus diesem Grund ist der Wärmesektor auch für 20 Prozent der österreichischen CO2-Emissionen verantwortlich. Die Wärmebereitstellung durch Wärmepumpen wird ein relevanter Teil der Wärmewende sein. In jedem zweiten neuen Gebäude wird 2050 eine Wärmepumpe für Wärme sorgen. Ein Viertel der gesamten Gebäudefläche wird über eine Wärmepumpe verfügen. Der Stromverbrauch wird sich aber von aktuell 10,7 Terawattstunden bis 2050 halbieren.“

Klare Ziele

Nicht nur der Stromverbrauch im Wärmebereich sinkt stark, sondern auch der Gesamtenergieeinsatz nimmt von 100 auf 50 Terawattstunden ab. „Durch Maßnahmen wie thermische Sanierung und effiziente Heizanlagen kann der Gesamtenergieeinsatz halbiert werden und der Einsatz von fossiler Energie darüber hinaus fast zur Gänze verdrängt werden.“ Damit die Wärmewende auch gelingen kann, braucht es klare politische Ziele und wirtschaftlich optimale Rahmenbedingungen. „Die Nutzer brauchen diese Vorgaben, damit sie jetzt nicht mehr in fossile Strukturen oder ineffiziente Wärmepumpen investieren“, so Moidl. Durch die Sektorkopplung ist eine deutliche Entlastung des Energiesystems möglich, jedoch nur bei einer intelligenten Einbindung, hohen Arbeitszahlen der Wärmepumpen in Kombination mit Speicherlösungen.

„Wir müssen die ­Chancen, die uns die Wärmewende bietet, nur ergreifen.“

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