Auf die Art des Heizens kommt es an

Acht Thesen im Faktencheck – was beim Heizen Sinn macht und was nicht.
FAKTEN Ohne Heizung wäre uns im Winter ganz schön kalt. Doch auch für die Wände wäre eine zu niedrige Temperatur schlecht. Dennoch kann man auch beim Heizen viel richtig und einiges falsch machen.
„Macht ein Grad weniger überhaupt einen Unterschied?“ Ja. Laut Experten entspricht ein Grad weniger einer Energieeinsparung von sechs Prozent. Das zahlt sich also wirklich aus, und den Temperaturunterschied werden Sie gerade in wenig benutzten Räumen kaum merken.
„Wird der Raum schneller warm, wenn der Heizkörper voll aufgedreht ist?“ Nein. Unabhängig von der Heizkörperstufe heizt der Heizkörper gleich schnell. Die Einheiten stehen für den Wert, der am Ende des Heizprozesses erreicht werden soll. Wenn diese Raumtemperatur erreicht ist, beendet das Gerät den Heizprozess automatisch.
„Soll jeder Raum dieselbe Temperatur haben?“ Nein. In unterschiedlichen Räumen sind
unterschiedliche Temperaturen angemessen. Nur in Räumen, in denen Sie sich oft und länger aufhalten, wie dem Wohnzimmer, werden 20 bis 22 Grad benötigt.
„Reicht ein Heizkörper für mehrere Räume?“ Jein. Theoretisch ist es möglich, mit einem Heizkörper mehrere Räume zu wärmen. Ein Heizkörper ist aber nur für einen Raum ausgerichtet, daher ist es effektiver, mehrere Heizkörper für unterschiedliche Räume zu montieren. Außerdem benötigen unterschiedliche Räume unterschiedliche Temperaturen.
„Kann die Wärme mit zugezogenen Vorhängen im Raum gehalten werden?“ Nein. Wenn sich lange Vorhänge oder Möbel direkt vor dem Heizkörper befinden, kann sich die Wärme im Raum nicht ausbreiten. Es ist vorteilhafter, Rollläden hinunterzulassen. Diese mindern den Wärmeverlust über die Fenster, wodurch etwa fünf Prozent der Energie gespart werden.
„Ist Fensterkippen besser als Stoßlüften?“ Nein. Dauerhaftes Lüften führt dazu, dass der Raum viel Wärme verliert. Energiesparender ist es, mehrmals am Tag für wenige Minuten stoßzulüften. Die Luft wird schnell „ausgetauscht“, die Möbel und Wände kühlen aber dadurch nicht aus.
„Soll die Heizung abgedreht werden bei Nichtbenützung des Raumes?“ Nein. Einen ausgekühlten Raum zu erwärmen, kostet mehr Energie, als einen ungenützten Raum weiterhin auf niedriger Stufe zu beheizen. Falls die Räume länger nicht bewohnt werden, lohnt es sich, die Temperaturen generell niedriger einzustellen. Dabei sollte beachtet werden, dass die Raumtemperatur nie unter 15 Grad sinkt, da sonst die Wände auskühlen und Schimmel entstehen kann.
„Rentiert sich Sanieren?“ Ja. Selbst das beste Heizsystem verursacht hohe Kosten, wenn die Wohnung oder das Haus nicht gut gedämmt ist. Zu beachten ist, dass nicht nur die Wände, sondern auch die Heizungsrohre gut isoliert sein sollten. Wer technisch gesehen am neuesten Stand bleibt, hat großes Einsparpotenzial. Die neuesten Brennwertkessel zum Beispiel haben Wirkungsgrade von 95 bis 98 Prozent.