Es wird doch noch gefeiert

Extra / 30.06.2020 • 08:54 Uhr
43 Mitglieder zählt die Bürgermusik Nenzing, interessierte Musikanten sind herzlich willkommen.
43 Mitglieder zählt die Bürgermusik Nenzing, interessierte Musikanten sind herzlich willkommen.

Die Bürgermusik besteht seit 120 Jahren – gefeiert wird im Spätherbst.

Bürgermusik Es wäre alles so schön geplant gewesen: Ein großes „Geburtstagsfest“ zum 120-jährigen Bestandsjubiläum der Bürgermusik Nenzing Anfang Mai mit einem Dorffest, einer Ausstellung über die Vereinsgeschichte und vielem mehr. Doch dann schmiss das Coronavirus die Planung wie so vieler Festivitäten auch hier über den sprichwörtlichen Haufen.

Nicht klein zu kriegen

Aber die Bürgermusik gab sich ideenreich und so wurde per Videobotschaft ein musikalischer Gruß verschickt. Zwischenzeitlich blickt das Vorstandsteam optimistisch in die Zukunft. „Wir haben unter Einhaltung von Schutzmaßnahmen kürzlich wieder mit den Proben begonnen, beim Fronleichnamsgottesdienst sind wir erstmals wieder mit einer kleinen Abordnung ausgerückt“, erzählt Daniela Vonbun. Ab 9. Juli startet die Bürgermusik mit Platzkonzerten im Freien. „Zum Auftakt sind wir beim Alpencamping Garfrenga zu Gast, weitere Platzkonzerte folgen vor dem Gasthaus Rössle, der Pizzeria Castello und schließlich im Nenzinger Himmel“, freuen sich die Musikanten offensichtlich, wieder vor Publikum zu spielen. Das Highlight des Jubiläumsjahres bildet dann sicherlich das geplante Jahreskonzert am 5. Dezember. „Dieses soll mit einem Fest gekoppelt werden“, tüftelt das Vorstandsteam der Bürgermusik schon an Ideen.

Ein Blick in die Geschichte …

Daniela Vonbun erzählt auf Nachfrage auch von den Anfängen der Bürgermusik: „Friedrich Hummer – in Nenzing bekannt unter dem Hausnamen ,Wagner‘ war ein begeisterter Sänger und für die Musik sehr aufgeschlossen, er lenkte die Gespräche immer wieder auf das Zustandekommen einer Blasmusik. Da die Kapellmeisterbesetzung offen war, wurde Hans Krall gebeten, diese Aufgabe zu übernehmen. Im alten Schießstand wurde mit den Proben begonnen. Anfangs waren es 31 junge Burschen. 1903 gab es die erste Uniformierung. 1965 wurde die erste

Tracht – angelehnt an die Nenzinger Tracht – angeschafft. Die erste Frau im Verein war übrigens Manuela Stuhlmayer – sie trat 1982 als aktives Mitglied in die Bürgermusik.“

… und in die Gegenwart

Heute zählt die Musik 43 aktive Musikanten, zudem zwei Anwärterinnen zur Aufnahme in den Verein, zwölf „Lehrlinge“ in der Jungmusik, zehn passive Ehrenmitglieder und vier sonstige Mitglieder (dazu zählen der Vereinsdiener und der Fähnrich). „Interessierte sind in unseren Reihen herzlich willkommen“, erklärt Daniela Vonbun. Seit 2018 ist Martin Pfeffer Kapellmeister – übrigens der 24. in der 120-jährigen Vereinsgeschichte. In 50 Probenabenden bereiten sich die Musikanten auf verschiedenste Auftritte vor. Neben Ausrückungen zu weltlichen und kirchlichen Anlässen zählen auch Platzkonzerte, der Besuch von Musikfesten und Ständchen an hohen Geburtstagen betagter Nenzinger zum Fixprogramm.

Ich war früher schon bei der Bürgermusik, habe jetzt aber lange pausiert und bin seit vergangenem Sommer wieder dabei. Was ich am Verein sehr schätze, ist die Geselligkeit und die Kameradschaft untereinander. Rene Stuhlmayer (33)

Statements

Ich bin schon seit ich sieben war bei der Jungmusik und jetzt seit zwei Jahren bei den „Großen“. Ich spiele Klarinette und es macht mir Spaß, wenn wir bei Proben und Aufführungen auch anspruchsvollere Stücke spielen. KIara Ebli (13)

Heuer bin ich genau 50 Jahre bei der Bürgermusik Nenzing aktiv. Ich schätze die Gemeinschaft sehr. In Coronazeiten sind mir die Probenbende so sehr abgegangen, dass ich mein Instrument ausgepackt und alleine geübt habe. Josef Latzer (64)