Montafoner Bier alles andere als ein No-Go

Extra / 17.06.2020 • 09:08 Uhr
Handgemachtes Bier von Jasmine Gomes und Christian Nold. RAL
Handgemachtes Bier von Jasmine Gomes und Christian Nold. RAL

Flüssiges Gold aus Vorarlbergs höchstgelegener Microbrauerei.

GASCHURN Unscheinbar, hinter einem einfachen Garagentor, verbirgt sich oberhalb des Gaschurner Ortskerns eine kleine Brauerei. Unauffällig ist selbst das, was sich auf den ersten Blick hinter dem Tor zeigt: zwei Brautanks, fünf silberne Lagertanks, ein paar Kisten Bier in der Ecke. Alles glänzt fein säuberlich, ab und an gluckst es in einem der Behälter. Dennoch: Direkt an ebendiesem Ort entsteht „Muntafuner Bier“.

Handgemacht und natürlich

In der Microbrauerei von Jasmine Gomes und Christian Nold wird seit fast einem Jahr Bier von Hand gebraut. Vom Schroten des einzelnen Korns übers Mischen und Lagern bis hin zum Abfüllen und Anbringen der Kronkorken – das flüssige Gold stammt vollends aus Handarbeit und natürlichen Aromen. „Unser Bier wird ausschließlich nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut. Bier beinhaltet 95 bis 98 Prozent Wasser. Dafür verwenden wir Gaschurner Wasser, das aufgrund der guten Wasserqualität nicht mal aufbereitet werden muss“, erklärt der gelernte Brauer Christian Nold. Seine Verlobte Jasmine Gomes ergänzt: „Das ist auch der Grund, warum unser Bier das Label ‚BewusstMontafon’ trägt.“

Gemeinsame Zeit

Was vor eineinhalb Jahren mit einer formulierten „Schnapsidee“ begann, blieb keineswegs bei einem No-Go, sondern wurde bereits ein gutes halbes Jahr darauf Realität. „Beim Entrümpeln der Garage hat Christian gescherzt, dass man aus dem Raum eine kleine Brauerei machen könnte. Ich bin gleich auf diese Idee aufgesprungen – aber unter einer Bedingung, nämlich dass ich mitbrauen kann“, erzählt die Gaschurnerin und schmunzelt.

So kam es, dass zusammen ein Konzept ausgeklügelt und die Garage umgebaut wurde. Christian Nold brachte sein Wissen als Brauer ein, die Erfahrungen in puncto Marketing lieferte Jasmine Gomes.

Stets im Vordergrund stand, und steht auch nach wie vor, das Gemeinsame. Dies zeigt sich auch im Namen des Montafoner Biers: Auf den Glasflaschen prangt die Aufschrift „NoGo“ und vereint somit in der Marke deren Nachnamen Nold und Gomes.

Das NoGo-Bier wird als „Helles“ und „Dunkles“ angeboten und wird vom Brauer als „nicht zu herbes, aromatisches Bier für möglichst viele Geschmäcker“ beschrieben. Die Rezeptur wurde zunächst „im Kopf zusammengemischt“, ehe das endgültige Produkt bereits im dritten Anlauf stand.

Mittlerweile wurden 2000 Liter Bier produziert, die in regionalen Verkaufsstellen oder direkt vor Ort erhältlich sind. Zudem wird bereits getüftelt, um welche Produkte die NoGo-Palette erweitert wird. Die Microbrauer verraten nur so viel, dass das Getränk im hochprozentigen Bereich angesiedelt ist.

Brauereibesichtigungen

Neben der Herstellung des Gerstensafts bietet das Unternehmerpaar Brauereibesichtigungen an. Dabei möchten sie nicht nur Gästen mehr über die Herstellung, Geschichte und Zusammensetzung des Biers näherbringen, sondern vor allem auch Einheimischen. „Wir freuen uns über jeden Besucher. Unsere Brauerei soll auch etwas sein, wo man zusammenkommt“, meint Jasmine Gomes begeistert. RAL