Nachhaltig bauen mit Leichtbeton-Mauerwerk

Extra / 23.04.2020 • 14:35 Uhr
Leichtbeton hat besonders leichte, porenreiche Gesteinskörnungen – sogenannte Leichtzuschläge – die hier zum Einsatz kommen.KLB Klimaleichtblock
Leichtbeton hat besonders leichte, porenreiche Gesteinskörnungen – sogenannte Leichtzuschläge – die hier zum Einsatz kommen.KLB Klimaleichtblock

Für die Ökobilanz ist vor allem die Betriebsphase entscheidend.

BAUWEISE Energiebedarf, Ressourcennutzung und CO2-Emissionen stellen eine große Belastung für Umwelt und Klima dar. Gebäude haben daran jeweils einen Anteil von rund einem Drittel. Eine aktuelle Studie der Life Cycle Engineering Experts (LCEE, Darmstadt) zeigt jetzt, dass bei einer Betrachtung über den kompletten Lebenszyklus die Bauweise in Bezug auf die Ökobilanz nicht ausschlaggebend ist: „Die Ökobilanz von Wohngebäuden wird weitestgehend von der Nutzungsphase dominiert“, erklärt Professor Carl-Alexander Graubner von der Technischen Universität Darmstadt. „Während Massiv- und Holzbauweise im CO2-Vergleich nach 50 Jahren nahezu gleichauf liegen, hat Mauerwerk nach einem Lebenszyklus von 80 Jahren sogar die Nase ein wenig vorn.“

Massiver Baustoff

In der Langzeitbetrachtung punktet massives Mauerwerk zusätzlich mit Wärmespeichereffekten. So können Hausbewohner jährlich bis zu zehn Prozent Heizenergie einsparen. Mit einem Gesamt-Primärenergiebedarf von nur 663 Megajoule pro Kubikmeter Außenwand liegen gefüllte Leichtbetonsteine deutlich unter den Werten von Wettbewerbern anderer Steinarten. Leichtbeton wurde bereits bei der 2000 Jahre alten Kuppel des Pantheons in Rom mit 43 Meter Durchmesser verwendet. Weitere Vorteile sind die gute Wärmedämmung und die resultierende Wärmeleitfähigkeit sowie die leichte Bearbeitung und Verarbeitung der Vollblöcke. Pinzipiell kommen diese Produkte im gesamten Bereich des Hoch- und Tiefbaus zum Einsatz. Obwohl der Name eine andere Vermutung zulässt, handelt es sich um einen relativ massiven Baustoff.

Zurück in den Kreislauf

Der Lebenszyklus eines Baustoffs schließt neben Herstellung, Lagerung, Gebäudeerstellung und Nutzungsphase auch die Entsorgung mit ein. Diese sollte im Bauwesen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Muss ein Gebäude nach jahrzehntelanger Nutzung erneuert oder abgerissen werden, sollte die möglichst vollständige Wiederverwertung des Abbruchmaterials das Ziel sein. Im Rahmen mehrerer Forschungsvorhaben wird derzeit die Rückführung und Wiederverwertung von Abbruchmaterial bewertet. Das Ziel besteht darin, nicht nur sortenreine Produktionsrückläufe, sondern insbesondere mechanisch aufbereitetes Abbruchmaterial und Reststoffe in den Kreislauf rückzuführen – und somit den Grundstein für nachhaltige Gebäude zu legen.