Symbiose: Mechanik und Elektronik

Mechatroniker kämpfen mit Flexibilität und Innovationskraft gegen die Krise.
Schwarzach. (VN) Mechatronik ist die Symbiose aus Mechanik und Elektronik. Die über 440 Betriebe, die in der Fachgruppe in der Wirtschaftskammer Vorarlberg organisiert sind, zeichnen sich durch ihre Innovationskraft und Flexibilität aus. Das große Fachwissen und die Problemlösungskompetenz sind international bekannt und schlagen sich in Aufträgen großer Konzerne in ganz Europa nieder. Auch wenn bereits viele Unternehmen für ausländische Kunden arbeiten, gibt es noch beträchtliches Exportpotenzial, das gezielt erhoben und natürlich gefördert wird. Mit ihren Fachkräften können viele der kleinen Betriebe sehr schnell auf geänderte Bedingungen und neue Entwicklungen reagieren und sich in Nischen behaupten. Insgesamt können die Unternehmen auf über 3000 hochqualifizierte Fachkräfte in Vorarlberg zurückgreifen.
Zusammenspiel gewährleisten
Mechanik, Elektronik, Steuerungstechnik – Moderne Maschinen und Anlagen sind voll von diesen Technologien. Sie sind miteinander verknüpft und nur ihr einwandfreies Zusammenspiel gewährleistet ein optimales Funktionieren. An dieser Stelle kommt der Mechatroniker ins Spiel, der über fachübergreifendes Know-how verfügt. Mechatroniker sind Elektrofachkräfte und Metallfachkräfte, d. h. sie
werden so ausgebildet, dass sie selbstständig an elektrischen und mechanischen Anlagen arbeiten dürfen. Qualifikationen der Metallbearbeitung und Elektrotechnik sind ebenso erforderlich wie die Grundlagen der Hydraulik, der Pneumatik und der Steuerungstechnik. Messen, Prüfen und Programmieren von Komponenten stehen mit auf dem Plan der Ausbildung.
Mechatroniker sind in der Montage und Wartung von komplexen Maschinen, Anlagen und Systemen tätig bzw. bei deren Abnehmern und Betreibern. Sie konstruieren unter anderem Autopiloten für Flugzeuge und Schiffe, ABS-Bremsen in Autos oder auch elektronische Antriebssysteme und richten diese ein. Die Tätigkeiten werden an unterschiedlichen Einsatzorten ausgeübt, vornehmlich auf Montagebaustellen, in Werkstätten oder im Servicebereich.
Der Umgang mit Steuerungs- und Regelungstechnik ist ebenfalls ein Schwerpunkt. Der Mechatroniker ist in der Lage, eine speicherprogrammierbare Steuerung zu installieren. Hierzu gehört auch der korrekte Umgang mit verschiedenen Feldbus-Systemen.
Attraktive Arbeitsplätze
Die Mechatroniker legen Wert auf beste Ausbildung und untermauern das mit ihrem eigenen Engagement. Über 200 Lehrlinge stehen derzeit in den insgesamt zwölf Lehrberufen, die angeboten werden, in Ausbildung – Jugendliche, die in Mathematik und Physik sattelfest sind und eine Präferenz für Technik haben, finden in der Branche einen attraktiven und sicheren Arbeitsplatz.
Mechatronik ist nicht nur in der dualen Ausbildung ein beliebter Ausbildungsweg, sie ist auch eine Studienrichtung an der Fachhochschule Vorarlberg, außerdem forscht die FHV in diesem Bereich. Ob Automobilindustrie oder Medizintechnik – Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs Mechatronik – Maschinenbau der FH Vorarlberg stehen viele Türen offen. Diese Erfahrung machen schon die Studierenden bei der Suche nach Praktikumsplätzen.
Die Produkte, an denen Maschinenbauer arbeiten, sind vielfältig. Die maschinenbauliche Basis, die die FH-Studierenden lernen, können sie überall einsetzen, egal ob für Solarpanele, Werkzeuge, Motoren oder Technik fürs Wohnen. Das macht sie flexibel und öffnet ihnen vielfältige Berufschancen und Karrieremöglichkeiten in unterschiedlichsten Branchen. Typische Anwendungsgebiete im Maschinenbau sind zum Beispiel Befestigungstechnik, Automobilindustrie und deren Zulieferer, Fördertechnik, Luft- und Raumfahrttechnik oder Medizintechnik.
Im 5. Semester können die Studierenden ein Semester als Auslandsemester absolvieren. Die Hochschule hat dazu ein weltweites Partnernetzwerk und hilft den Studierenden bei den Bewerbungen. Neben dem guten Arbeitsklima an der FH Vorarlberg schätzen die Studenten besonders die Nähe der Hochschule zur Vorarlberger Wirtschaft: Der Studiengang Mechatronik ist sehr gut mit den regionalen Unternehmen vernetzt. Dadurch wird das Studium sehr praxisnah.“
Der gute Ruf bei den Firmen ist nicht nur auf die Fachkräfte zurückzuführen, auch die Forschung trägt ihren Teil dazu bei. Heimische Unternehmen können in Zusammenarbeit mit dem Forschungsbereich von der Expertise der Mitarbeiter und einer hochmodernen Infrastruktur profitieren. Für Testzwecke stehen u. a. Geräte wie ein CCD-Spektrometer, ein Photomakroskop oder ein optischer 3D-Digitalisierer zur Verfügung.
Wollen unsere Ideen teilen und mit den Unternehmen auf den Boden der Wirklichkeit bringen.
Rektor Oskar Müller
Mechatroniker
Folgende Branchen zählen zu den Mechatronikern:
» Maschinen- und Fertigungstechnik
» Fahrradtechnik
» Nähmaschinentechnik
» Feinmechanik
» Werkzeugbau
» Luftfahrzeugtechnik
» Waagenherstellung
» Elektromaschinenbau
» Elektronik, Büro- und EDV Systemtechnik
» Mikrotechnik
» Medizingerätetechnik
» Kälte- und Klimatechnik