AMS und Land Vorarlberg schnüren Arbeitsmarktpaket

Extra / 26.03.2015 • 23:22 Uhr
Stellten ein Qualifizierungs- und Schulungsprogramm vor. LH Wallner, LSth. Rüdisser, AMS-Chef Strini.
Stellten ein Qualifizierungs- und Schulungsprogramm vor. LH Wallner, LSth. Rüdisser, AMS-Chef Strini.

Qualifizierung heißt das Zauberwort am
Arbeitsmarkt. Land und AMS unterstützen.

Bregenz. (VN) Das Land Vorarlberg und das AMS setzen ihre engagierte Zusammenarbeit zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes weiter fort. Landeshauptmann Markus Wallner, Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser und AMS-Geschäftsführer Anton Strini unterzeichneten eine Vereinbarung über ein gemeinsam finanziertes Maßnahmenpaket mit einem Volumen von 24 Millionen Euro. Zusammen mit weiteren ausschließlich vom AMS oder vom Land finanzierten Projekten steht eine Summe von 49,2 Millionen Euro (41,7 Millionen vom AMS und 7,5 Millionen vom Land) zur Verfügung.

Derzeit haben in Vorarlberg mehr Menschen als je zuvor Arbeit (Stand Dezember 2014: 157.500 unselbstständig Beschäftigte). Das AMS rechnet für 2015 mit einer weiteren Zunahme der Aktivbeschäftigung um 1,7 Prozent, das wären rund 2600 zusätzliche Dienstverhältnisse. In Anbetracht des zu erwartenden Anstiegs des Arbeitskräfteangebots – insbesondere durch weiteren Zuzug aus den neuen EU-Ländern – sei aber davon auszugehen, dass die Beschäftigungszunahme nicht ausreichen wird, um die Arbeitslosigkeit zu senken. Mit Jahresende 2014 beträgt die Arbeitslosenrate in Vorarlberg 6,3 Prozent und es muss damit gerechnet werden, dass sie im laufenden Jahr nochmals spürbar ansteigen wird.

Das von AMS und Land Vorarlberg vereinbarte Maßnahmenbündel gliedert sich in vier Schwerpunkte. Einer davon bleibt die Jugendbeschäftigung, weil es gerade für Jugendliche wichtig ist, stets eine Perspektive vor Augen zu haben. Es gelte die im internationalen Vergleich sehr positive Situation Vorarlbergs – die Jugendarbeitslosigkeit ist so niedrig wie fast nirgends in Europa – zu wahren, so Landeshauptmann Wallner. Besonderes Augenmerk gilt auch der Verstärkung von Qualifizierungsanstrengungen für Geringqualifizierte sowie der Förderung der Integration arbeitsmarktferner Personen. Außerdem soll vor allem auch älteren Arbeitslosen zusätzliche Unterstützung geboten werden, weil es für ältere Menschen besonders schwer ist, nach einer Unterbrechung am Arbeitsmarkt wieder Tritt zu fassen.

Im Rahmen dieser genannten Schwerpunkte stehen knapp 24 Millionen Euro für knapp 6000 Betroffene zur Verfügung.

Für ältere Menschen ist es meistens sehr schwer, in den Arbeitsmarkt zurückzufinden, wenn sie einmal länger arbeitslos waren. Auch wenn sie hochmotiviert sind und über großes Praxiswissen verfügen, brauchen sie trotzdem besondere Unterstützung für einen erfolgreichen Wiedereinstieg.

Während die Arbeitslosigkeit in Vorarlberg im Jahresdurchschnitt 2014 gegenüber 2013 insgesamt um 5,3 Prozent zugenommen hat, ist dieser Anstieg bei über 50-Jährigen mit 11,2 Prozent mehr als doppelt so stark.

Auch 2015 werden wieder etwa 7000 Personen über 50 Jahre das AMS Vorarlberg in Anspruch nehmen müssen, weil sie ihren Arbeitsplatz verlieren. Knapp über die Hälfte von ihnen wird über keine über die Pflichtschule hinausgehende Berufs- oder Schulausbildung verfügen, rund ein Drittel werden eine Lehre abgeschlossen haben und ein knappes Sechstel wird eine weiterführende Schul- oder Universitätsausbildung aufweisen. Die Arbeitslosigkeit ist bei über 50-Jährigen etwas geringer als bei anderen Altersgruppen. Aber einmal arbeitslos geworden, sind ihre Wiedereinstiegschancen deutlich geringer. Ihre durchschnittliche Vormerkdauer ist mit 136 Kalendertagen um ein Mehrfaches höher als jene von unter 25-Jährigen (49 Tage).

Für die Altersgruppe 50+ wurden deshalb eine Reihe sonstiger Unterstützungsmaßnahmen durch AMS und Land Vorarlberg eingerichtet.

Einer unserer wichtigsten Schwerpunkte wird auch in Zukunft die Jugendbeschäftigung sein.

LH Markus Wallner

Maßnahmen

» Auffangnetz für Jugendliche und junge Menschen unter 25 Jahre

Kosten 10,62 Mill. Euro (6,52 Mill. AMS, 4,10 Mill. Land) für 3163 Betroffene

» Verstärkte Qualifizierungsanstrengungen für Geringqualifizierte
Kosten 2,42 Mill. Euro (1,65 Mill. AMS, 0,77 Mill. Land) für 540 Betroffene

» Förderung der Integration arbeitsmarktferner Personen
Kosten 4,23 Mill. Euro (2,98 Mill. AMS, 1,25 Mill. Land) für 926 Betroffene

» Bessere Beschäftigungschancen für ältere Arbeitslose (50+)
Kosten 6,73 Mill. Euro (5,34 Mill. AMS, 1,39 Mill. Land) für 1349 Betroffene