Ein Topf, viele Gabeln

EINFACH GENIESSEN / 05.11.2024 • 12:23 Uhr
Ein Topf, viele Gabeln

Wenn man an den Winter in den Alpen denkt, gibt es kaum etwas Schöneres, als nach einem kalten Tag in eine gemütliche Berghütte einzukehren und ein dampfendes Käsefondue zu genießen.

Fondue stammt ursprünglich aus der Schweiz und hat eine recht bodenständige Entsteh­ungsgeschichte. Im 18. Jahrhundert, als die Winter lang und die Vorräte knapp wurden, mussten die Bauern mit dem auskommen, was sie hatten: alten Käse, hart gewordenes Brot und etwas Wein. Anstatt den Käse wegzuwerfen, schmolzen sie ihn mit Wein und tauchten das Brot hinein. Der Name „Fondue“ kommt übrigens aus dem Französischen und heißt „geschmolzen“.

Die Mischung machts
Für ein perfektes Käsefondue ist die Wahl des richtigen Käses entscheidend. Eine klassische Mischung aus Schweizer Sorten Gruyère und Vacherin sorgt für cremige Konsistenz und herzhaften Geschmack. Für eine stärkere Note kann Appenzeller hinzugefügt werden, auch Emmentaler ist ein beliebter Fondue-Kandidat.

Fondue-Knigge
Ist alles vorbereitet, kann es losgehen. Das gemeinsame Fondue-Essen ist nicht nur eine kulinarische, sondern auch eine soziale Erfahrung. In der Schweiz gibt es eine strikte Fondue-Etikette: Wer sein Brot im Topf verliert, muss etwas tun, um es wieder gutzumachen – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Vereinbart am besten vor Beginn, wie die Konsequenzen aussehen sollen. Beispiels­weise könnte derjenige die Auflage erhalten, bis zum nächsten Brotverlust seine Oberarme am Körper zu behalten. Die T-Rex-Tunkerei trägt sicher zur Erheiterung aller bei.

Von Käse bis Schokolade
Wie ihr in diesem Kapitel seht, gibt es auch Fondue-Varianten, die über den Käsetopf hinausgehen. Fleisch-Fondue – auch als „Fondue Bourguignonne“ bekannt – wurde im Burgund entwickelt und ist besonders in Frankreich beliebt. Dabei wird rohes Fleisch in heißes Öl oder Brühe getaucht und am Tisch gegart. Und für alle Naschkatzen: Das Schoko­laden-Fondue aus Amerika, bei dem frische Früchte oder Gebäck in flüssige Schoko­lade getunkt werden, sorgt garantiert für ein süßes Ende des Abends.

„Es blubbert nicht mehr!“
Sollte dein Fondue einmal gerinnen oder klumpen – keine Panik! In diesem Fall hilft es, ein wenig Wasser oder Wein unterzurühren, um die Emulsion wieder herzustellen. Wenn das Fondue zu dünn geworden ist, kannst du etwas Stärke mit Kirschwasser anmischen und hinzufügen, um die perfekte Konsistenz wieder zu erreichen. Und ganz ehrlich: Ein kleiner Schluck Kirschwasser kann bei einem Fondue-Abend ohnehin nie schaden!

Das Fondue-Geheimnis
Man könnte meinen, es sei der Käse, das Brot oder die richtige Temperatur. Doch die wahre Magie eines gelungenen Fondues liegt darin, es in guter Gesellschaft zu genießen. Es ist nicht das Essen allein, sondern vor allem das gesellige Beisammensein rund um den dampfenden Topf, das ein Fondue so besonders macht.

Foto: 2023 New Africa/Shutterstock