Wie der Arlberg für den Verkehr erschlossen wurde

Vor 125 Jahren wurde das erste Teilstück der Flexenstraße eröffnet. Eine Freiluftausstellung erinnert daran.
Lech Vor Kurzem wurde die Ausstellung „125 Jahre Flexenstraße“ in Stuben am Arlberg eröffnet. Auf 19 Schautafeln werden die Entwicklung der Verkehrswege im Bereich des Flexenpasses dar- sowie bedeutende Persönlichkeiten aus dieser Zeit vorgestellt.


Zu diesen zählt der aus dem Trentino stammende Baumeister Johann „Giovanni“ Bertolini (1859-1931), der mit seiner Familie in Egg ansässig war. Schon als Zwölfjähriger arbeitete er als Träger beim Bau der Pustertalbahn mit. In weiterer Folge begleitete er seinen Vater als wandernder Handwerker auf der Stör in der Schweiz, wo er das Maurerhandwerk erlernte. Sein Geschick stellte er beim Bau der Arlbergbahn unter Beweis, wo er es zum Partieführer brachte. Er hatte nicht nur beim Bau von Verkehrswegen wie der Flexenstraße, sondern auch in der Planung und Errichtung von öffentlichen und privaten Gebäuden einen wesentlichen Anteil.

Es kann davon ausgegangen werden, dass die verschiedenen Wege über den Arlberg- und den Flexenpass schon in urgeschichtlicher Zeit und in der Römerzeit genutzt wurden. Archäologische Fundstellen, die an den Eingängen des Klostertals und des Stanzertals liegen, belegen die Anwesenheit von Menschen seit der Bronzezeit. Ihre Mobilität im Bereich des Flexenpasses beweist eine zwischen Lech und Zürs geborgene mittelbronzezeitliche Lappenaxt. Der als „Alter Flexen“ bezeichnete Weg von Stuben zum Flexenpass und der sogenannte „Gafriweg“ als Verbindung nach Rauz wurden seit Jahrhunderten begangen. Spätestens seit dem Mittelalter deutet vieles auf eine Bevorzugung des Serpentinenwegs von Stuben aus hin. Dieser ist auch in der Vorarlbergkarte von Blasius Hueber aus dem späten 18. Jahrhundert als „Saumschlag“ angegeben. 1856 wurde dieser soweit ausgebaut, dass er mit zweirädrigen Karren befahrbar war.

Die Benützung des Saumwegs war besonders während der Winterzeit gefährlich. Das Sterbebuch der Pfarre Stuben berichtet immer wieder von Unglücken entlang der Strecke. Ein Unglück, das entscheidenden Anteil am späteren Bau der Flexenstraße hatte, ereignete sich am Ende des Jahres 1891. Der Viehhändler Josef Anton Walch aus Lech starb in einer Lawine. Der Tod des jungen Familienvaters machte die Notwendigkeit einer sicheren Winterverbindung von Stuben Richtung Tannberg einmal mehr deutlich. Aber auch die Biografie von Franz-Josef Mathies (1864-1937), der als Lawinen-Franz-Josef in die regionale Geschichte eingegangen ist, gehört zu den bekanntesten Erzählungen rund um die Flexenstraße. Wie durch ein Wunder konnte sich dieser nach 30 Stunden aus einer Lawine befreien. Erst mit dem Bau der Flexenstraße und dem weiteren Ausbau bis ins Lechtal konnte eine sichere Verbindung geschaffen werden.
Text: Monika Bischof
Die 19 Schautafeln der Ausstellung auf einen Blick


















