Schlüssel liegt in der Einfachheit

Mit dem Duell bei Blau-Weiß in Linz will der SCR Altach den nächsten Schritt machen.
Altach Die “Hütte” wird brennen. Darauf müssen sich Altachs Spieler bei ihrem Gastspiel in Linz einstellen. Knapp 5000 Tickets waren 24 Stunden vor dem Anpfiff verkauft, sodass wohl auch das dritte Spiel in Folge ausverkauft (5595 Zuschauer) sein wird. “Wir wollen die Fans gleich wieder mitnehmen”, schaut Dominik Reiter dem Duell mit den Vorarlbergern dementsprechend angriffslustig entgegen.

Der Name des ehemaligen Altach-Spielers steht sinnbildlich für den aktuellen Aufschwung der Linzer, die zuletzt dank eines Sieges über Wolfsberg nach 13 Spieltagen am Tabellenende diesen Platz verließen. Drei Saisonen spielte Reiter für den SCRA, wobei ihn ein Kreuzbandriss in der zweiten Saison weit zurückwarf. Im Sommer 2024 verließ er Altach nach 52 Spielen und zwei Treffern in Richtung Georgien, ehe der ehemalige LASK-Akteur bei den Blau-Weißen wieder nach Linz zurückkehrte.
Admiral Bundesliga
29. Spieltag
FC BW Linz vs SCR Altach
Linz, Hofmann Personal Stadion, 19.30 Uhr, SR Alexander Harkam (ST)
Bisherige Saisonergebnisse: 1:0 (h), 0:1 (a), 1:3 (a)
Mögliche Aufstellungen
FC BW Linz (3–4-1–2) Mantl – Pasic, Maranda, Varesi-Strauss – Reiter, Briedl, Simon Seidl, Pirkl – Maier – Weissman, Ronivaldo
Es fehlen: Anderson (Knie), Goiginger (verletzt)
SCR Altach (3–4-3) Stojanovic – Milojevic, Zech, Jäger – Sandro Ingolitsch, Demaku, Bähre, Ouédraogo – Massombo, Diawara, Benjamin
Fraglich: Greil (Wade)
Es fehlen: Fetahu (Schambein), Idrizi (Knie)
Seit dem Heimsieg über Ried gehört Reiter der Stammelf an – und das wird auch am Freitag der Fall sein. War er beim 1:3 in Altach, zu Beginn der Qualifikationsrunde, in den Schlussminuten eingewechselt worden, so spielte er danach alle fünf Partien praktisch durch. Mit ihm gab es drei Siege und ein Remis bei einer Niederlage – und den Sprung auf den vorletzten Tabellenrang.

Defensivpower gegen BW-Offensivkraft
Rechts im Mittelfeld eingesetzt, gehört jener Offensivreihe an, die zuletzt maßgeblich daran beteiligt war, dass man zwölf Treffer in fünf Spielen erzielte. Denn das Trio Ronivaldo (4 Tore) – in all seinen Duellen gegen Altach schon siebenmal erfolgreich, Shon Weissman (3) und Nico Maier (3) zeigte zuletzt seine “Krallen”. Umso wichtiger ist die Rückkehr von SCRA-Kapitän Lukas Jäger, sodass Altachs so stabile Abwehrreihe mit Benedikt Zech, Filip Milojevic und eben Jäger wieder komplett ist. Sofern Cheftrainer Ognjen Zaric mit Blickrichtung Cupfinale (1. Mai) nicht personelle Adaptierungen vornehmen möchte. Und mit Dejan Stojanovic verfügt Altach zudem über den – auch in der Statistik ausgewiesenen – besten Torhüter in der Liga. Der 32-Jährige stellt mit seiner Abwehrquote von 75 Prozent all seine Kollegen, die mehr als 30 Prozent aller Spiele bestritten, in den Schatten. Auch seine insgesamt 90 Paraden und neun “Weiße Westen” sind aktuell der jeweilige Topwert in dieser Bundesligasaison. Diese Zahlen mit Leistung zu untermauern, ist das Ziel von Stojanovic in Linz.

Sein Trainer jedenfalls kann auf ihn bauen. Zumal Zaric ein “enges Spiel erwartet, gegen eine sehr gute Blau-Weiß-Offensive, die richtig Qualität besitzt”. Dennoch: “Wir sind gut vorbereitet”, sagt der 37-Jährige, der nun mit sechs Heimspielen ohne Niederlage den neuen Startrekord als SCRA-Coach aufweist. Noch unbeantwortet lässt Zaric die Frage nach einer personellen Rotation im Team. “Wir werden das am Spieltag beurteilen.” Sein Gegenüber Michael Köllner hingegen setzt wohl auf Kontinuität – und auf starke Aussagen vor der Partie. “Unser Anspruch ist es, gegen Altach zu gewinnen”, lautet die Kampfansage des 56-Jährigen, zumal ihn seine beiden Niederlagen gegen Altach noch immer ärgern.

Saisonpremiere
Leiter der Partie ist Alexander Harkam. Für den Steirer ist es in der laufenden Saison das erste von bislang 40 Altach-Partien als Head-Referee. Schon einmal leitete der 44-Jährige ein Spiel zwischen den beiden Clubs. Vor etwas mehr als zwei Jahren (20. April 2024) pfiff Harkam das Duell in Altach (2:2). Von den damals 18 SCRA-Spielern auf dem Spielerbogen sind heute gerade einmal noch fünf dabei – Ouédraogo, Demaku, Bähre, Jäger und Sandro Ingolitsch.