Horrorsturz und Regeneration

Das Tour-of-the-Alps-Tagebuch von Team-Vorarlberg-Fahrer Kilian Feurstein (22).
Die Anspannung vor der heutigen schweren dritten Etappe war bereits vor dem Start für alle förmlich greifbar. Die Hektik im Feld entlud sich dann unmittelbar nach dem scharfen Start.
Nach nicht einmal einem Kilometer kam es bei 60 km/h zu einem schweren Massensturz an der Spitze des Feldes. Die Szenen waren leider dramatisch. Über 30 Fahrer gingen zu Boden, viele mussten sofort medizinisch behandelt werden. Da sämtliche Krankenwagen und Rennärzte im Einsatz waren, konnte die Sicherheit für das restliche Feld nicht mehr gewährleistet werden – das Rennen musste für 20 Minuten unterbrochen werden. Wir als Team kamen zum Glück glimpflich davon. Lediglich einer unserer Fahrer war in den Sturz verwickelt und blieb glücklicherweise unverletzt. Wenngleich es dann nach dem Re-Start weiterhin hektisch blieb, passierten zum Glück keine weiteren größeren Stürze mehr.

Morgen nun steht die Königsetappe mit 168 Kilometern und über 4000 Höhenmetern auf dem Programm. In dieser Phase der Rundfahrt ist die Regeneration alles entscheidend, um morgen überhaupt konkurrenzfähig zu sein. Neben der gezielten Zufuhr von Nährstoffen ist die tägliche 30-minütige Beinmassage essenziell. Sie dient nicht nur dazu, Muskelverspannungen zu lösen und die Beine zu lockern, sondern hilft dem gesamten System, nach dem extremen Stress des Tages zur Ruhe zu kommen.
Andere häufig auftretende körperliche Beschwerden sind Nacken- oder Rückenschmerzen, die ebenso behandelt werden. Die wohl wichtigste Regenerationsmaßnahme ist jedoch der Schlaf. Er ist die Basis für die mentale Frische, die man benötigt, um in den schnellen Abfahrten die Konzentration zu behalten. Hoffentlich gut regeneriert, starte ich morgen in die schwerste Etappe der diesjährigen Tour of the Alps.