Schultz nun offiziell Mahrer-Nachfolgerin

Ticker / 17.04.2026 • 17:23 Uhr

Die Tiroler Touristikerin Martha Schultz ist am Freitag mit 99,4 Prozent der Stimmen zur neuen Präsidentin des ÖVP-Wirtschaftsbundes gewählt worden. 170 Delegierte schritten zur Wahl, die Nachfolgerin des frühzeitig zurückgetretenen Harald Mahrer erhielt 169 Stimmen. “Du hättest dich ruhig selber wählen können”, kommentierte der Wahlleiter Peter Haubner. Schultz nahm die Wahl dankend an. Medien konnten nur via Livestream zuschauen.

Schultz gab sich in ihren Dankesworten “überwältigt”. Sie wolle mit ihrem Volksparteibund gemeinsam positiv in die Zukunft sehen und gehen. Schon vor dem Wahlgang hatte Schultz in ihrer Rede unter dem Motto “unternehmen wir’s” Mitbündlerinnen und Mitbündler bei der vorgezogenen 22. Generalversammlung in Wien auf neue Zeiten eingeschworen. Man wolle sowohl in der Volkspartei als auch in Parlament und Regierung wieder mehr Gehör finden.

Schultz folgt dem frühzeitig zurückgetretenen Harald Mahrer nach, dem sie in ihrer Rede für seine Arbeit dankte. “Weiter wie bisher” sei aber “keine Option”, sagte Schultz. Das gelte für den Staat und die Wirtschaftsbund-Organisation. “Wir müssen liefern.”

Man wolle wieder mehr gestalten, als Vorbild könne die heimische Unternehmerschaft dienen. Der Weg dürfe nicht jenen aufbereitet werden, die mit allzu simplen Versprechen Lösungen vorgaukelten, sagte die 63-Jährige in Richtung politischer Wettbewerber ohne welche namentlich zu nennen. “Der Wirtschaftsbund war immer stark, wenn er Haltung gezeigt hat.”

Medien? Bei Wirtschaftsbund nur via Livestream willkommen

Anwesend war Mahrer nicht – zumindest nicht auf jenem Livestream ersichtlich, den die ÖVP-Teilorganisation zur Verfügung stellte. Denn Medien waren an Ort und Stelle nicht willkommen. Mahrer jedenfalls sei “zurückgetreten, damit wir nach vorne gehen können”, so Schultz.

Wechsel in WKÖ bereits vollzogen

In der Wirtschaftskammer (WKÖ) ist Schultz Mahrer bereits nachgefolgt. Während sie in der Kammer an Einsparungen arbeitet und einen Reformprozess umzusetzen sucht, wurde nun beim Wirtschaftsbund etwa die Zahl der stellvertretenden Vorsitzenden reduziert. Die bisherigen Wirtschaftsbund-Vizepräsidentinnen und -präsidenten – der Wiener Walter Ruck, der sich zuletzt mit Postenschachervorwürfen konfrontiert sah, der Steirer Josef Herk, der Salzburger Peter Buchmüller, Oberösterreichs Doris Hummer und Niederösterreichs Wolfgang Ecker – verloren ihre Positionen. Nun gibt es nur mehr zwei Stellvertretende: Neben Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl ist Burgenlands Kammerpräsident Andreas Wirth in den Vorstand aufgerückt.

Mit ÖVP-Parlamentarierin Tanja Graf hat der Wirtschaftsbund seit Jänner auch eine Frau als Generalsekretärin. Sie ersetzte Kurt Egger, ebenso ein Abgeordneter zum Nationalrat.

Gratulationsreigen vom Parteichef abwärts

Naturgemäß erhielt die frischgebackene oberste Wirtschaftsbündlerin zahlreiche Gratulationen aus den eigenen Volksparteireihen – dem eigenen und anderen dortigen Bünden. Stellvertretend sei jene von Bundeskanzler und ÖVP-Chef Christian Stocker hervorgehoben, der Schultz unter anderen Punkten als “eine erfahrene Unternehmerin” lobte, “die Anliegen der heimischen Wirtschaft kennt”. Sie verfüge über “große Kompetenz und Durchsetzungskraft. Sie bringt alles mit, um notwendige Reformen umzusetzen und so das Vertrauen der Unternehmerinnen und Unternehmer in die Wirtschaftskammer zu stärken”. In ihrer Rolle bilde sie “eine wesentliche Brücke zwischen Politik und Betrieben”, so Stocker, der auch den neuen Stellvertretern alles Gute wünschte.