Prozess gegen Frank Stronach in Kanada verschoben
Der für Dienstag vorgesehene Prozessbeginn gegen den österreichisch-kanadischen Magna-Gründer Frank Stronach wegen Missbrauchsvorwürfen ist vorerst auf Donnerstag verschoben worden. Stronachs Verteidigerin bat das kanadische Gericht um Aufschub, um neue Unterlagen zu sichten, wie unter anderem die öffentlich-rechtliche Canadian Broadcasting Corporation (CBC) berichtete. Richterin Anne Molloy habe dem Antrag stattgegeben, hieß es.
Es ist der erste von zwei Prozessen, denen sich der 93-jährige Steirer heuer stellen muss. Laut mehreren kanadischen Medien erhoben insgesamt dreizehn Frauen Vorwürfe gegen Stronach. Dieser weist die Vorwürfe von sich und bekennt sich nicht schuldig. Diese Woche soll ein Strang in Toronto starten, die übrigen Vorwürfe sollen später im Jahr in Newmarket (Ontario) behandelt werden. Wobei es laut “CBC” ungewiss ist, ob der Prozess tatsächlich am Donnerstag starten wird.
Vorwürfe reichen bis in die 70er-Jahre zurück
Gerichtsdokumenten zufolge reichen die Anschuldigungen der versuchten Vergewaltigung bis ins Jahr 1977 zurück. Weitere Frauen werfen dem Milliardär Vergewaltigung und sexuelle Übergriffe in den 1980er, 1990er- und frühen 2000er-Jahren vor. Einige Vorfälle ereigneten sich demnach in Toronto, weitere auch in der kanadischen Stadt Aurora, wo Stronachs ehemalige Firma Magna International ihren Hauptsitz hat. Auch im Frühjahr 2023 soll der Milliardär sexuelle Übergriffe gegenüber Frauen verübt haben. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Stronach, gebürtiger Steirer, hat in Nordamerika den Magna-Konzern aufgebaut, der vor allem in der Auto-Industrie reüssierte. In Österreich wurde der heute 93-Jährige durch sein Sport-Investment im Fußball und Pferdesport sowie als Gründer der kurzzeitig auch im Nationalrat vertretenen Partei Team Stronach einer breiten Öffentlichkeit bekannt.